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Hochwasserschutz Innpromenade

Fragen an die Wasserbauer

1. Frage

Besteht nicht die Gefahr, dass, wie beim Hochwasser 1954, als sich Inn und Donau an der Votivkirche vereinigten, das Donauwasser über den Weg Brunngasse, Ludwigsstraße Heiliggeistgasse in den Schutzbereich einfließt und ihn unter Wasser setzt?

Antwort der Wasserbauer:

Nein, die Gefahr besteht nicht, jedenfalls nicht bis zur geplanten Höhe des Hochwasserschutzes, nämlich Hochwasserspitze  aus dem Jahr 2013 + 20 cm. In der Heiliggeistgasse ist nämlich durch Umbaumaßnahmen eine Erhöhung des Straßenniveaus entstanden, die es beim Hochwasser 2013 verhinderte, dass Donauwasser und Innwasser in der Heiliggeistgasse zusammenflossen, obwohl das Hochwasser 2013 höher als das von 1954 war.  Diese Erhöhung des Straßenniveaus wurde nicht als Hochwasserschutz gebaut, schützt aber jetzt im Hochwasserfall vor einem Einfließen des Donauwassers in den Schutzbereich.

2. Frage

Kann das Innwasser nicht unter dem Grundschutz, auch wenn dieser bis zu 10 Meter in die Tiefe reicht, dennoch in den Schutzbereich einsickern? Und selbst wenn dies nicht möglich ist, weil der Grundschutz in eine grundwassersperrende Bodenschicht eingebunden ist, wird dann nicht das Grundwasser der Donau in den Schutzbereich eindringen?

Antwort der Wasserbauer:

Der Grundschutz kann und darf nicht so wasserdicht sein, dass nicht Innwasser darunter in den Schutzbereich einsickern kann. Da jedoch die Beschaffenheit der Bodenschichten bekannt ist, kann die Menge des durchsickernden Wassers berechnet werden. Dieser Menge entsprechend werden die Schöpfwerke dimensioniert, sodass das Sickerwasser zusammen mit dem Binnenwasser über den Hochwasserschutz zurück in den Inn gepumpt werden kann.

Der Grundschutz darf tatsächlich nicht undurchlässig für Grundwasser sein, da sonst bei Niedrigwasser das Grundwasser aus dem Schutzbereich hinter dem Grundschutz nicht abfließen kann und unweigerlich über kurz oder lang die Keller überschwemmen würde. Falls wirklich grundwassersperrende Schichten das Abfließen von Binnengrundwasser unter dem Grundschutz verhindern, müssen sogenannnte "Fenster" eingebaut werden, die dieses Abfließen ermöglichen oder die Schöpfwerke so dimensioniert sein, dass sie das Binnengrundwasser permanent abpumpen können.

Dass das bei Hochwasser hochstehende Grundwasser auf der Donauseite in den Schutzbereich am Inn einfließt, ist zu erwarten, wenn das Hochwasser lange genug steht. Um dies mit Sicherheit auszuschließen, ist der geplante Hochwasserschutz an der oberen Donaulände notwendig. Der absolut sichere Hochwasserschutz auf der Innseite ist also nur dann gewährleistet, wenn auch der Hochwasserschutz im oberen Bereich der Donaulände verwirklicht wird. Herr Wolf-Dieter Rogowsky, stellvertretender Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Deggendorf, und leitend tätig bei der Planung des Hochwasserschutzes in Passau, hat am 14.11.2016, gefragt nach einem möglichen Einsickern von Donaugrundwasser in den Schutzbereich Gottfried-Schäffer-Straße, im Plenum des Stadtrats gesagt, dass er diese Gefahr nicht für sehr wahrscheinlich halte, aber dass die Planer die Sache im Auge behalten würden.

3. Frage

Wenn der Grundschutz gegen einsickerndes Grundwasser gar nicht abgedichtet werden darf, verhindert dann der Hochwasser-Grundschutz dann überhaupt ein Volllaufen der Keller?

Antwort der Wasserbauer

Nein, das tut er nicht. Um das zu verhindern, müsste die Pumpleistung der Schöpfwerke unverhältnismäßig stark erhöht werden. Den Bewohnern des Fürstenwegs zum Beispiel wurde also erklärt, und Herr Rogowsky hat das vor dem Plenum des Passauer Stadtrats wiederholt, dass sie auch trotz Hochwasserschutz damit rechnen müssen, dass ihre Keller bei Hochwasser überschwemmt werden. Jedoch die Wohnungen über den Kellern sind geschützt. Bei der Bürgerinformation in Passaus Redoutensaal am 23.12.2916 wies Herr Rogowsky ausdrücklich darauf hin, dass  Hochwasserschutz nach den landesplanerischen Vorgaben nicht Schutz vor hohen Grundwasserständen bedeutet. Trotz Hochwasserschutz können Keller "nass werden".

4. Frage

Sollen wir überhaupt einen Hochwasserschutz "Innpromenade" bauen? Oder sollen wir lieber den Hochwasserbetroffenen zumuten, sich selbst, soweit wie möglich, zu schützen, wie es allen Leuten zugemutet wird, die in Bereichen wohnen, bei denen Hochwasserschutz nicht möglich ist?   Ist es nicht am Ende billiger, die Leute im Hochwasserfall zu entschädigen als den teuren Hochwasserschutz zu bauen, der, sollte der Inn-Pegel des Hochwassers 2013 + 20cm überschreiten, ohnehin umsonst war?

Antwort der Wasserbauer:

Informieren Sie sich gut über die Bedingungen, Aussehen und Kosten des Hochwasserschutzes und fragen Sie die bisher vom Hochwasser betroffenen 256 Personen! Entscheiden Sie dann selbst! Allerdings sind die Hochwasserschutzmaßnahmen Unternehmungen des Freistaats Bayern, die im Auftag des Freistaates vom Wasserwirtschaftsamtes geplant werden. Der Freistaat hat sich auf Bitten der Stadt Passau bereit erklärt, sechs Teilbereiche der Stadt vor Hochwasser zu schützen. Sollte die Stadt den Hochwasserschutz ablehnen, dürfte der Freistaat trotz der bereits angefallenen Planungskosten vom Bau absehen.

Klaus Schürzinger, 27.11.2016