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ÖPNV: Direktverbindung Heining-Kohlbruck

ÖPNV

Forderung nach einer Buslinie Heining – Kohlbruck

Die Fraktion Bündnis90 / Die Grünen stellt den Antrag, die Stadtbuslinien 8/9 so zu ändern, dass eine „Bus-Querverbindung vom bevölkerungsgrößten Stadtteil Heining inklusive Neustift und Rittsteig direkt nach Kohlbruck, wo peb, Dult, Veranstaltungen und Arbeitsplätze locken,“ geschaffen wird.

Das allerdings hat gravierende Auswirkungen auf das bestehende Buskonzept.

Die Linien 8 und 9 sind so eng aufeinander abgestimmt, dass mit der vorgeschlagenen Änderung der Route der Linie 9 der 15 Minuten Takt in Richtung Klinikum nicht eingehalten werden kann.

Die von Bündnis90 / Die Grünen angegebene Fahrzeitverkürzung um bis zu 30 Minuten entspricht nicht den vorliegenden Begebenheiten. Derzeit besteht für die Fahrgäste aus dem Bereich Rittsteiger Straße, Reinhard-Raffalt-Straße, Max-Mattheis-Straße und Neustift die Möglichkeit, mit der Linie 7 bis zur Haltestelle Danziger Straße zu fahren und dort zur stadtauswärts fahrenden Linie 5/6 Richtung Kohlbruck umzusteigen. Die Zeit zwischen Ankunft der Linie 7 und Abfahrt der Linie 5/6 beträgt 10 Minuten. Die Fahrt von der Haltestelle Eichendorffstraße zur Haltestelle Kohlbruck/Erlebnisbad dauert mit Umsteigen 28 Minuten. Bei einer Direktverbindung von der Haltestelle Eichendorffstraße zum peb würde die Fahrtdauer 17 Minuten betragen, was eine Verkürzung um 11 Minuten bedeuten würde. Von Neustift zum peb wäre die Fahrzeit um 11 Minuten kürzer (8 Minuten Dauer statt wie bisher mit Umsteigen in der Danziger Straße 19 Minuten).
Die o. a. Fahrzeitverkürzung von bis zu einer halben Stunde trifft nur für Fahrgäste aus der Gionstraße zu. Für Fahrgäste, die z. B. an der Haltestelle Heining zusteigen, dauert die Fahrt zum peb derzeit 27 Minuten. Bei der vorgeschlagenen Linie 9 wären diese 20 Minuten unterwegs, so dass die Zeitersparnis 7 Minuten betragen würde.

Eine im Jahre 2007 auf Grund einer Bürgerinitiative eingerichtete Direktverbindung aus dem Westen nach Kohlbruck wurde wieder eingestellt, da im Schnitt nur zwischen zwei und vier Fahrgästen den Bus benutzten. Viele der Leute, die den Antrag unterzeichneten und die Verbindung dringlich forderten, haben den Bus nie benützt. Auf Grund dieser Erfahrung ist anzunehmen, dass auch die jetzt geforderte Direktverbindung ähnlich wenig Nutzer finden wird wie die aus dem Jahre 2007.

Die vorgeschlagene Änderung des Buskonzeptes bedeutet außerdem, dass der bestehende 15-Minuten Takt zum Klinikum und zur Universität nicht eingehalten werden kann. Um diesen 15-Minuten Takt sicher zu stellen, ist der Einsatz eines weiteren Busses, der Kosten in Höhe von circa 250.000 EURO verursacht, notwendig. Dass die Stadt diese Kosten im Falle eines positiven Beschlusses für die beantragte Linienänderung übernimmt, sollte eigentlich Teil des Antrags der Grünen sein, weil die SWP mit den Verlustträgern ÖPNV und Bad ohnehin schon schwer dagegen ankämpft, nicht insgesamt in die Verlustzone zu geraten.

In einem PNP-Leserbrief vom 09.09.2015 stellt Herr Bernd Sluka, Verkehrsexperte des VC Deutschland, zum Antrag der Grünen fest: „ Eine schnelle, mindestens stündliche Verbindung zwischen den bevölkerungsreichen Stadtteilen generiert neue Fahrgäste, die das Defizit verringern helfen.“

Das Gegenteil wird der Fall sein: das neue Angebot wird neue Defizite generieren.Die Gleichung: Neues Angebot = mehr Fahrgäste = geringeres Defizit, funktioniert so nicht. Die Ausweitung eines ÖPNV-Angebots, das zu Fahrten mit geringem Auslastungsgrad der Busse führt, ist weder ein Beitrag zur Defizitverringerung noch zur Luftreinhaltung. Ein Stadtbus verbraucht auf 100 km 48 Liter Diesel. Falls er über eine Strecke von 100 km nur vier Fahrgäste befördert, bedeutet dies, dass pro Fahrgast 12 Liter Diesel /100 km verbraucht werden. In diesem Falle wäre es tatsächlich ein Beitrag zur Luftreinhaltung, wenn die vier Fahrgäste die 100 km jeder in seinem eigenen Wagen zurücklegen und dabei statt 48 Liter Diesel nur circa 30 Liter verbrauchen, ganz abgesehen von den Kosten, die den SWP dabei erspart bleiben. Es macht daher ökologischen und wirtschaftlichen Sinn, von der Einführung von vorausssichtlich schwach besetzten Fahrten Abstand zu nehmen.

Denn eine Verbesserung des ÖPNV-Angebots alleine bewirkt noch keine entscheidende Vermehrung der Fahrgäste. Wie die Erfahrung zeigt, veranlasst erst eine Parkraumbewirtschaftung mit erhöhten Parkkosten, gepaart mit einem guten ÖPNV-Angebot, die Leute, ihre Autos stehen zu lassen und den ÖPNV zu nutzen.

Die FWG ist sich der Bedeutung eines effektiven ÖPNVs für die Mobilität aller Bevölkerungsschichten und die Lebensqualität der Stadt bewusst und akzeptiert den damit verbundenen Einsatz hoher finanzieller Mittel, aber sie lehnt nach Abwägung der vorgetragenen Gesichtspunkte den Antrag auf Einrichtung einer Direktverbindung zwischen dem Westen der Stadt und Kohlbruck durch eine Änderung der Linie 9 ab. Eine Fahrzeitverkürzung von nur 11 Minuten zwischen Neustift und Kohlbruck bei einem voraussichtlich geringer Auslastungsgrad wiegt die damit verbundenen wirtschaftlichen und auch ökologischen Nachteile nicht auf.

 

Klaus Schürzinger,

14.09.2015