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Verkehrsproblem Ilzdurchbrüche

 

Ilzdurchbrüche: Radfahrer auf die Fahrbahn!

Die Verkehrssituation in den beiden Ilzdurchbrüchen und ihrem unmittelbaren Umfeld nervt Autofahrer und Fußgänger und Radfahrer .

Die meisten Probleme bereitet der nördliche Durchbruch (B12), der den gesamten Verkehr aus dem Bayerischen Wald und den Vorstädten Grubweg und Hals aufnimmt. Die Autofahrer befürchten, sie könnten im unmittelbaren Anschluss an das Tunnel die Links-Abbiegespur zur Hängebrücke verlieren und dann hinter den Linksabbiegern im Stau stehen. Das staatliche Bauamt hat des öfteren angekündigt, die Abbiegespur nach Beendigung der Bauarbeiten an der Ilzbrücke abbauen zu müssen, weil die Spurbreiten nicht der vorgeschriebenen Norm entsprechen.

Die Situation für die Fußgänger und Radfahrer ist eine Zumutung. Der Gehwegs durch das Tunnel entspricht nicht der Normbreite: Er sollte mindestens 2,50 m breit sein und mit einem zusätzlichen Sicherheitsstreifen von 0,50 m zur Fahrbahn hin ausgestattet sein. Bei stark befahrenen Fahrspuren sollte die Gehwegbreite sogar 3,50 m betragen. Am Ausgang des Tunnels, wo die Gehwegbreite zu Gunsten der drei Fahrspuren vermindert wurde, ist der Gehweg nur auf eine Breite von 0,85 m nutzbar. Das Tunnel ist finster, laut und, da das Tunnel in einer Kurve verläuft, unübersichtlich. Zudem schieben zahlreiche Radfahrer auf dem ohnehin zu engen Gehweg ihr Räder oder befahren ihn sogar ihn verbotener Weise und gefährden dabei sich selbst und die Fußgänger.

Die Situation auf dem Gehweg des südlichen Tunnels ist für Fußgänger weniger problematisch, da das Tunnel kürzer und übersichtlicher ist. Allerdings ist auch hier das Radfahren aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt.

Die Radfahrer, die nicht schieben wollen, werden einfach auf die Fahrbahn verwiesen. Mögen sich erfahrene, schnelle und durchsetzungsfähige Radfahrer auf den Fahrspuren behaupten, für vollbepackte Fernradler, Radfahrer mit Kinderanhänger und Jugendliche ist das Fahren auf den Fahrbahnen keine Lösung.

 

Ergebnis der Gespräche über Verbesserungsmaßnahmen zwischen Ordnungsamt der Stadt Passau und dem staatlichen Bauamt

Im Auftrag des Stadtrates der Stadt Passau versuchten das Ordnungsamt der Stadt Passau, welches für verkehrsrechtliche Anordnungen zuständig ist, und das staatlichen Bauamt, welches für die bauliche Ausstattung der Bundesstraßen verantwortlich zeichnet, in intensiven Gesprächen zu klären, wie die Situation in den beiden Durchbrüchen zu verbessern ist.

Das erste Ergebnis ist, dass auf Grund der prekären Fußgängersituation das Radfahren in den Durchbrüchen in allen Richtungen verboten werden muss. Radfahrer werden auf die Fahrbahnen verwiesen. Jedoch wird das Schieben der Fahrräder auf den Gehwegen geduldet.

Eine Umleitung der Fußgänger aus dem nördlichen Durchbruch zum und durch den südlichen Durchbruch wurde untersucht und wegen der notwendigen zweimaligen Überquerung von Bundesstraßen als zu gefährlich und unzumutbar umwegig verworfen. Außerdem würde eine solche Führung die ohnehin beengte Situation auf dem Gehweg des südlichen Durchbruchs zusätzlich verschlechtern.

Ins Auge gefasst wird ein Felsrückbau am Ausgang des nördlichen Durchbruchs. Der würde zwar der Breite des Gehwegs außerhalb des Tunnels zugute kommen, aber nichts an den beengten Verhältnissen im Tunnel ändern. Das staatliche Bauamt sagt nach Zeitungsmeldung jedoch zu, die nicht normgerechten drei Fahrspuren auf Höhe der Hängebrücke bis August zu dulden.  Das Ordnungsamt scheint geneigt, bei einer Verbreiterung des Gehwegs durch Felsrückbau die drei Fahrspuren zu dulden mit dem Hinweis, dass in der Stadt auch andere nicht normgerechte Fahrspurverengungen geduldet würden.

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Nachtrag am 12.07.2014:

Felsrückbau

In der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses vom 25.05.2014 wurde die Verwaltung beauftragt abzuklären, ob die eigenständige Linksabbiegespur zur Hängebrücke durch einen kurzfristig realisierbaren Felsrückbau von circa 50 bis 75 cm möglich sei.

In der Sitzung vom 24.06.2014 berichtet das beauftragte Ingenieurbüro, das seit 20 Jahren mit der Felssicherung in diesem Bereich beauftragt ist, dass "ein Felsrückbau, auch im geringen Umfang, kurzfristig nicht umsetzbar ist". Ein Felsrückbau sei mit einem erheblichen Untersuchungsaufwand verbunden und verursache einen "deutliche Destabilisierung des Felshangs". Deshalb müssten "entsprechende technische Felssicherungen geplant und dimensioniert" werden. Dabei sei es unerheblich, ob "die Rückverlegung der Felswand 0,5 oder 1,5 m beträgt".

Auf Grund der bestehenden Klüftung entstehe bei Entfernung einzelner Felsbereiche aus dem Wandfuß im Nahbereich des Fußwegs eine "erhebliche Nachbruchgefahr". Dies mache folgende Maßnahmen erforderlich:

  • eine Rückverankerung des gesamten Felshangbereiches
  • horizontale Kernbohrungen von geschätzten 10 m
  • die Durchführung von gerichteten Bohrlochscans
  • bohrlochgeophysikalische Untersuchungen
  • eine dauerhafte Absicherung mittels Daueranker
  • eine Einhüllung der Felsfreistellung durch ein vorgespanntes Sicherungsnetz

Wegen der Steinschlaggefahr während der Bauarbeiten werde eine "mindestens halbseitige, möglicherwiese sogar vollständige Sperrung der Straße notwendig".

Somit sei ein Felsrückbau, auch im geringen Umfang, kurzfristig nicht möglich.

Daher ist auch der Erhalt der eigenständigen Linksabbiegespur zur Hängebrücke auf Grund der nicht richtlinienkonformen Gehwegbreite nicht möglich. Folglich wird im August 2014 das Staatliche Bauamt die eigenständige Linksabbiegespur entfernen.

Was viele im Vorfeld des Bürgerentscheids gegen den Bau eines Fuß- und Radwegtunnels als leere Drohung empfanden und deshalb nicht wahr haben wollten, erweist sich nun als eine notwendige Maßnahme für die Sicherheit des Verkehrs und der Freistellung der zuständigen Personen vor Schadensersatzansprüchen im Falle eines Unfalls.

Die Idee des von Prof. Dr. Egon Johannes Greipl und jetzigem Stadtrat in seinem PNP-Leserbrief vom 13.05.2013 als " Stückwerk- und Schnapsidee" bezeichneten  Tunnels für Fußgänger und Radfahrer durch den Georgsberg ist vielleicht doch nicht so dumm wie Dr. Greipl und die große Mehrheit der Teilnehmer am Bürgerentscheid Rad-Tunnel dachten. Der Tunnel ist geeignet, die Probleme der Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer im nördlichen Tunnel zu lösen. Die angeblich vorhandenen billigeren Alternativen haben sich als nicht existent herausgestellt.

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Maßnahmen für eine tatsächliche Verbesserung der Situation für Fußgänger und Radfahrer

Die schwierige Verkehrsproblematik des nördlichen Tunnels wäre mit dem geplanten Geh- und Radwegtunnel durch den Georgsberg gelöst worden. Nach Ablauf der Sperrfrist für die Verbindlichkeit des Bürgerentscheides muss daher die Diskussion erlaubt sein, ob nicht doch der Geh- und Radwegtunnel durch den Georgsberg gebaut werden soll, nachdem es zur Lösung des Fußgänger- und Radfahrerproblems keine Alternativen gibt. Leider setzte sich im Bürgerentscheid die Argumentation durch, dass den angeblich wenigen Radfahrern, die durch Ilzdurchbrüche fahren wollen, doch zugemutet werden könne, "die paar Meter zu schieben". Außerdem stünden die Kosten des Tunnels in keinem vernünftigen Verhältnis zu dessen verkehrlichem Nutzen.

 

Praxistest

Bild 1: Auf dem Radweg nach Linz heißt es "absteigen oder  Fahrbahn benutzen!"  "Absteigen" bedeutet mindestens 2 Minuten schieben, nämlich bis und durch den südlichen Ilzdurchbruch und über die Ilzbrücke, die auch nicht befahren werden darf.
"Die Fahrbahn benutzen" bedeutet: ( Für die, die das Schild erst jetzt sehen und es somit versäumt haben, von der Hängebrücke kommend, gleich auf die Fahrbahn auszuweichen!)  Heben des meist schwerbeladenen Fahrrads  (Fernradweg!) über den nicht abgesenkten Bürgersteig auf die Fahrbahn, Aufsteigen  auf der stark frequentierten Fahrbahn, unmittelbar nach der Ilzbrücke Auffahren auf den Radweg bei der Fußgängerüberführung über die B 388. Allerdings fehlt hier der Hinweis, dass man ab da den Radweg wieder befahren darf und nicht mehr schieben muss. Wer hier die Auffahrt in den Radweg verpasst, muss auf der Fahrbahn anhalten und sein Rad auf den Radweg heben.
Es lässt sich beobachten, dass kaum ein Radfahrer das Fahrverbot wahr
nimmt, und wenn wirklich, wird trotzdem gefahren. Folge: Wer trotzdem fährt, ist im Falle eines Unfalls schuldig und haftet für den Schaden. Die Stadt hat sich per Schild aus der Haftung verabschiedet.
Fazit: Lebensgefahr beim Benutzen der Fahrbahn und Haftungsgefahr bei verbotenem Fahren auf dem Gehsteig.

Bild 2 und 3: Stadteinwärts gilt: Radfahrer absteigen oder Fahrbahn benutzen" .  Diese Verkehrsanordung ist angesichts der Umstände notwendig, aber solch eine gefährliche Engstelle auf der einzigen Radverbindung nach Grubweg und Hals stellt einen eklatanten Mangel der passauer Radwegeplanung dar. Sie ist außerdem unfallträchtig, da die Erfahrung zeigt, dass trotz Verbotes die Radfahrer den zu engen und unübersichtlichen Gehweg befahren.
Im nördlichen Tunnel gilt natürlich auch stadtauswärts "Radfahren verboten!" Kein Wunder: Ausgangs des Tunnels ist der Gehweg so eng, dass nicht einmal zwei Fußgänger bequem aneinander vorbei kommen.

Klaus Schürzinger, 30.05.2014

Hier: Absteigen oder Fahrbahn benutzen!