Seiteninterne Navigation

Freie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband Bayern

Navigation

 

Aktuelles

Seiteninhalt

Promenade statt Bahnbrache in der Innstadt

Promenade statt Bahnbrache in der Innstadt

In der Presse wurde in letzter Zeit bemängelt, dass trotz des hochrangigen stadtlenkenden und weiteren Kandidatenpotenzials in der Innstadt offenbar zu wenig Vorschläge für die Entwicklung des Stadtteils gemacht werden.

Eine Gruppe der Freien Wähler um die Stadratskandidaten Alois Burgholzer und Johann Stegmaier aus der Innstadt hat sich jedoch bereits mit Zielen für die Innstadt für die nächste Stadtratsperiode näher befasst. Ein vernachlässigtes aber entscheidendes Handlungsfeld stellt aus ihrer Sicht seit Jahren die brachliegende Bahntrasse dar. Das Potenzial der Innstadt an Naherholung, Verkehrsentzerrung, Tourismus und Geschäftsbelebung wird blockiert von den illusorischen Bestrebungen der Wiederbelebung der Bahnstrecke Passau Hbf bis Hauzenberg bzw. Erlau.

Begründungen für diese Beurteilung sind:

Es besteht tatsächlich kein Verkehrsbedürfnis auf dieser Bahnstrecke mehr, da seit über 10 Jahren weder Güter- noch Personenverkehr stattfand und sich die Wirtschaft und Pendler seither auf Alternativen umgestellt haben. Der Pächter der Strecke Nr. 5843, die Bayerische Regionaleisenbahn GmbH in Person des Geschäftsführers H. Curth, mit dem örtlichen Betriebsleiter Dipl.Ing. Kurt Reinold und der Regionalbeauftragten Frau Heidemarie Bauer haben zwar bis zur Kräutlsteinbrücke eine Genehmigung zum Abstellen von Zugmaterial, nicht aber eine Betriebsgenehmigung für den Rest der Strecke bis Obernzell bzw. Hauzenberg. Bisher waren sie nicht in der Lage, ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept vorzulegen.

Eine Genehmigung muss schon daran scheitern, dass nach der von der Stadt Hauzenberg in Auftrag gegebenen Studie von "S2A Consulting, Zürich" die von der Genehmigungsbehörde als "sakrosankt" bezeichnete Voraussetzung von durchschnittlich täglich 1.000 Fahrgästen nicht erreichbar ist. Auf der Homepage des Fördervereins Lokalbahn ist das Konzept einer Stadtbahn für Passau vom September 2011 als realisierbar dargestellt.     Wer sich mit den darin enthaltenen Voraussetzungen befasst, wird schnell erkennen, dass diese unrealistisch sind und den Bürgern aus den Stadtteilen Grubweg, Haibach- Ost und –West, Rosenau und Innstadt bis Voglau mehr zumuten als sie Verbesserungen bringen. Der angestrebte Halbstundentakt durch Verlängerung und Verbindung mit der Rottalbahn und der Ilztalbahn sollte danach die Buslinien 3 und 4 in die Stadtmitte überflüssig machen und durch Verwendung von Dieselloks schnell und preiswert umgesetzt werden können. Einige Seiten vorher sind als Nachteile hohe Lärm- und Schadstoffemissionen und höhere Betriebskosten als die ebenfalls erwogene sehr teure Elektrifizierung dargestellt. Haltestellen wären ab Haibach in Rosenau, Innstadt, Innbrücke, Voglau, ZOB und Hbf mit den zu erwartenden Brems- und Beschleunigungsgeräuschen und zusätzlichen Abgasen vor den Wohnungen. Auf der Strecke zwischen Bahnhof und Voglau wurde die alleinige (!) Verwendung des östlichen Gleises vorgeschlagen. Für den übrigen Verkehr sollten wohl in diesem Abschnitt zusätzliche 2 Weichenverbindungen für den Gleiswechselbetrieb der Hauptstreckennutzer geschaffen werden.

Eine Nachfrage bei der ÖBB ergibt, dass  heute der Bau einer Gleiswechselweiche annähernd eine Million € kostet. Die Hauptstrecke Passau-Wels wird für bis zu 250 Züge pro Tag ausgebaut. Internationale Güterzüge und Fernreisezüge haben Vorrang vor Nebenverbindungen. Das bedeutet entweder eingleisigen Gegenbetrieb auf der Strecke Hbf bis Voglau für die Fernzüge mit hohen Investitionen oder keine fahrplangerechten Zeitfenster für die Ein- und Ausfahrt der Lokalbahn zwischen Voglau und Hbf.

Eine einfache Rechnung zeigt bei voller Streckenauslastung mind. 10 Züge je Stunde oder alle 6 Minuten ein Vorrangzug. Der Beispielsfahrplan lt. Lokalbahnkonzept weist 5 Minuten Fahrzeit zwischen Voglau und Hbf mit Zwischenhalt am ZOB aus. Man bedenke den vielversprechenden Zeittakt! Allein schon aus Gründen des zu geringen Zeitfensters kann die Wiederaufnahme eines regelmäßigen Bahnbetriebes nicht dargestellt werden. Weicheninvestitionen, Wiederherstellungsaufwand beim durchtränkten, baumdurchwurzelten Schienenunterbau, Brücken, Haltestellen, Signalanlagen bei Kreuzungen in der Rosenau und in Grubweg führen zur Unwirtschaftlichkeit eines Nebenstreckenbetriebs als Lokalbahn mit keinem zeitlichen Nutzen für die Stadtbewohner und Berufstätigen entlang der Strecke.

Bisher konnten weder die in dem Konzept geforderte Wirtschaftlichkeit noch die Finanzierungsmöglichkeit und Tragbarkeit der Kosten bezogen auf ein geschätztes Fahrgastpotenzial dargestellt werden. Ebenso haben sich Stadt und Landkreis sowie die Kommunen und das Wirtschaftsministerium finanziell nicht im geforderten Maß für das Projekt eingesetzt oder Zusagen gemacht.

Damit ist die Wiederbelebung der Bahnstrecke nach 10 Ruhejahren gescheitert und die Stadt Passau gefordert, ihre Interessen der Stadtentwicklung zwischen Achleiten und Voglau massiv bei der DB, DRE und BRE mit politischer Unterstützung zur Geltung zu bringen. Eine weitere Blockade durch die inzwischen als völlig unrealistisch herausgestellten Planungen und Spekulationen der Beteiligten aus Berlin und Hauzenberg ist ein undemokratischer Vorgang unter Nötigung vieler Bürger, die sich für die Aufwertung und Wiederbelebung des Stadtteils einsetzen und auch berechtigte Interessen als Hausbesitzer und Bewohner haben. In jedem Fall ist dafür zu sorgen, dass weitergehende Grundstücksspekulationen mit diesen Flächen durch Sicherung eines Vorkaufsrechts für die Stadt Passau ausgeschlossen werden.

Die Umwidmung der Bahnstrecke zu Naherholungszwecken, als Radweg zur Stadt und als attraktive Promenade würde den gesamten Stadtteil optisch und zweckdienlich aufwerten und wäre eine Initialzündung für die wertige Entwicklung und Verschönerung des Innstadtensembles. Der Blick auf die Schokoladenseite der Stadt im Sonnenlicht wäre ebenso genussvoll wie umgekehrt von der Innpromenade mit Innkai. Ein Anreiz für die Wieder-belebung von kleinen Geschäften oder Tagesgastronomie in Flussnähe wäre möglich.

Zugleich könnten im Zusammenhang Baumaßnahmen zur Hochwasserschadensminderung bei Anliegern durchgeführt werden. Die Trennung des KFZ-Verkehrs vom Radverkehr auf der Lederer- und Schmiedgasse, Kapuziner- und Wienerstraße würde die Verkehrssicherheit der Radfahrer und Jugendlichen deutlich verbessern und damit auch Anreiz zur Rad- statt Autobenutzung sein.

Den Freunden alter Bahnstrecken, die mit hohem ehrenamtlichen Einsatz die unter anderen technischen Voraussetzungen ab dem Hbf abgehende Ilztalbahn mit daher auch geringen Investitions- und Personalfestkosten betreiben wird zwar ehrliches Bemühen für die Wiederbelebung des Hauzenberger Bockerls zugebilligt, aber aus der Sicht der betroffenen Innstädter und FWG-Kandidaten ist auch durch die fehlende finanzielle Unterstützungsbereitschaft der Anliegerkommunen inkl. Landkreis der Nachweis erbracht, dass ihr Projekt aussichtslos ist. Sie sollten deshalb die positive Entwicklung eines Stadtteils nicht noch länger blockieren und fremdbestimmen.

Verfasser: Alois Burgholzer