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Neuordnung der Passau Event

Dreiländerhalle

Die Neuordnung der Passau Event GmbH

 

Gründung und Aufgaben der Passau Event

Die Passau Event GmbH (PE) wurde am 31.05.2001 in der Amtszeit OB Willi Schmöllers gegründet. Seine „Vision“ war es, eine Veranstaltungsgesellschaft zu schaffen, deren Aufgaben ein großes Spektrum umfassen sollte: „Die Durchführung von Veranstaltungen aller Art, z.B. Messen, Märkte und Dulten“ (Satzung) und „die Errichtung und den Betrieb von Anlagen für Veranstaltungen aller Art, auch in den Bereichen Kultur und Sport.“ (Satzung) Vorgesehen waren auch der Bau und Betrieb eines  Konzerthauses, die Organisation der Europäischen Wochen und von Stadtfesten, der Betrieb des Stadttheaters und die Organisation weiterer Eigenveranstaltungen. Alles sollte unter dem Dach der PE vereint sein.

 

Investitionen

Die PE investierte in den Bau der Dreiländerhalle, des Messegeländes und der Eishalle 23,6 Mio. EUR. Der jährliche städtische Zuschuss von anfänglich 1,2 Mio. EURO, später 1,6 Mio. EURO, reichte nicht aus,  die Verluste aus dem laufenden Betrieb und die Kapitalkosten für die Investitionen zu decken.

 

Sale-and-lease-back Verfahren = Miet-/Leasing-Vertrag

Als die Insolvenz drohte, entschlossen sich die Verantwortlichen der PE, in einem Sale-and-lease-back Verfahren das Messegelände, die Eis- und X-Point-Halle zu verkaufen und zurück zu mieten. Dies sicherte die Liquidität und bescherte der PE auf Grund von Buchgewinn im Jahr 2006 sogar einen Jahresgewinn von 1,752 Mio. EUR. Aber schon 2007 belief sich der Jahresverlust auf 3,232 Mio. EUR. Die Umsatzerlöse reichten nicht einmal aus, die Personal- und Betriebskosten abzudecken. Das gelang erst 2012 auf Grund rigoroser Sparmaßnahmen und günstiger Zinsbedingungen mit einem positiven Betriebsergebnis von 80.000 EUR. Allerdings entstand auch 2012 nach Bezahlung der Miet-/Leasingrate, der Zinsaufwendungen und nach Abzug der Abschreibungen immer noch ein Defizit von 1,838 Mio. EUR.

 

Die Sparmaßnahmen unter OB J. Dupper

Bei seinem Amtsantritt 2008 kündigte OB Dupper „Blut, Schweiß und Tränen“ an und zwar in Form folgender durchgreifender Sparmaßnahmen.

 

  • Reduzierung der Aufgaben auf das reine Vermietungsgeschäft, nämlich der Vermietung des Messegeländes, der Dreiländerhalle, der Eishalle und der X-Pointhalle sowie der Durchführung des Christkindlmarktes

  • Personalabbau; fünf Mitarbeiter schieden aus, ab 2011 schied Geschäftsführer Gevatter aus.

  • Sparmaßnahmen verschiedenster Art im betrieblichen Ablauf

 

Begünstigt durch die günstige Zinsentwicklung gelang es durch die erwähnten Sparmaßnahmen, die Defizite auf rund 2 Mio EUR pro Jahr zurückzuführen. Dankenswerter Weise war OB Dupper in der Folge im Gegensatz zu seinen Vorgängern mit Unterstützung des Aufsichtsrats bereit, die jährlichen Defizite durch städtische Zuschüsse in Höhe von je circa 2 Mio. EUR auszugleichen und erlöste damit die PE von ihren existenziellen Sorgen.

 

Neuordnung der PE im Jahr 2014

Der Aufsichtsrat der PE hat am 20.04.2009 die Rückübertragung von Aufgaben, Vermögen und Verbindlichkeiten auf die Stadt Passau beschlossen.

Dieser Beschluss wird in folgenden Schritten vollzogen:

  • Gründung eines Betriebs gewerblicher Art (BgA) "Dulten und Messen" und damit Rückholung des operativen Geschäfts von der PE an die Stadt Passau. Die PE bleibt bestehen,
    Einen Aufsichtsrat bei der PE wird es aber nicht mehr geben. Angelegenheiten, die bisher im Aufsichtsrat der PE beraten und beschlossen wurden, werden zukünftig im Ausschuss für Wirtschaft, Marketing und Arbeit vorberaten und in der Gesellschafterversammlung, also dem gesamten Stadtrat, beschlossen.
  • Ersetzung des jährlichen städtischen Zuschusses für die PE durch eine liquiditätsdeckende Mietrate, d.h., die PE erhält soviel Miete, wie sie braucht, um ihre hohen Fixkosten zu begleichen.
  • Gemäß der Neugestaltung des Sale-and-lease-back Vertrages fällt nach Ablauf des Vertrages im Jahr 2035 das Messegelände und die Hallen zurück an die Stadt Passau. Die Dreiländerhalle geht bereits 2017 nach der Schlusstilgung der objektbezogenen Darlehen in das Eigentum der Stadt über.
  • 2035 kann die PE liquidiert werden. Alle Verbindlichkeiten sind getilgt und die Stadt ist wieder Eigentümerin des Messegeländes und aller darauf stehender Bauwerke (Dreiländerhalle, Eishalle, X-Pointhalle).


Klaus Schürzinger, 26.05.2014