Seiteninterne Navigation

Freie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband Bayern

Navigation

 

Aktuelles

Seiteninhalt

Neubau des Altstadtkindergartens

Alter und neuer Standort des Altstadt- Kindergartens unter der Studienkirche

Streit um Neubau des Altstadtkindergartens im Garten vor der Studienkirche

 

In der Rubrik „aufgespießt und festgenagelt“ der PNP vom 28.06.2014 fordert ein Leserbrief-Schreiber, eine „städtbauliche Todsünde ... mit allen Mitteln“ zu verhindern, indem der vom Hochwasser fortgespülte Altstadtkindergarten nicht wieder an gleicher Stelle vor der Studienkirche als „futuristischer Neubau“ aufgebaut wird. Das aber müsse schnell geschehen, „bevor im Rathaus Fakten geschaffen werden“.

 

Die allerdings sind längst geschaffen. Der Stiftungsausschuss hat sich am 23.10.2013 für einen Ersatzbau an gleicher Stelle entschieden und der gesamte Stadtrat hat in seiner Sitzung vom 04.11.13 diesen Beschluss mit 34 zu 8 Stimmen bestätigt.

 

Der Kampf gegen den Standort des Kindergartens vor der Studienkirche wird zu spät  geführt, nämlich erst zu dem Zeitpunkt, da der Bauausschuss am 26.06. 2014 über den Ersatzbau nach dem Hochwasser entscheidet. Der allerdings entscheidet nicht mehr über den Standort – der ist ja bereits beschlossen - sondern nur darüber, ob der Neubau den Anforderungen des  Bau- und Denkmalschutzrechts genügt. Das tut er, so dass der Bauausschuss die Genehmigung erteilen muss, da die bau- und denkmalschutzrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

 

Insofern kommt der Einwand der Stadtheimatpflegerin, Frau Gisa Schäffer-Huber, dass „die Studienkirche, St. Michael, ein großartiges Bauwerk von allerhöchstem künstlerischen Rang, in seinem Vorfeld überhaupt keine Bebauung“ verträgt, zu spät.

 

Der Antrag von Stadtrat Dr. Egon Johannes Greipl, ehemaligem Generalkonservator des Landesamtes für Denkmalpflege, konnte nicht zur Abstimmung zugelassen werden, weil es darin eben nicht um Fragen des Bau- und Denkmalschutzrechts geht, sondern die Frage „Neubau am selben Ort oder nicht“ erneut gestellt wurde. Er forderte

  1. einen Bericht über die Belegung der Kindergartenplätze, den Wohnort der Kinder, eine Prognose über die mittelfristige Entwicklung der Nachfrage nach Kindergartenplätzen in der Altstadt,

  2. eine Ermittlung von Standortalternativen mit Bewertung hinsichtlich Funktion und Kosten,

  3. Phantomgerüste und / oder computergestützte Simulationen zur Darstellung der Wirkung der Neuplanung auf das Stadtbild,

  4. die Stellungnahme des Gestaltungsbeirats zum Neubau.

 

In der Sitzung machte Dr. Heinz-Günter Kuhls, Leiter des städtischen Rechtsamtes, klar, welche Folgen bei bereits bestehenden Verträgen eine Ablehnung der Baugenehmigung hat: Schadensansprüche und Gefährdung der 1 Millionenspende durch „Sternstunden“.

 

Wie stellt sich die FWG dazu?

Wir wollen die Kinder nicht aus ihren „Paradies“ (so die Kindergartenleiterin!) vertreiben. Sie füllen das Denkmal Altstadt mit Leben und helfen dabei zu verhindern, dass es immer mehr den Charakter eines Museums annimmt. Wie Dr. Thomas Kupferschmied, Hauptkonservator des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, stellen wir unsere Bedenken gegen den Neubau zurück, und vertrauen darauf, dass mit den vom Denkmalamt vorgeschriebenen Auflagen eine Lösung gefunden wird, die mit dem Stadtbild verträglich ist.

Die Auflagen, auf deren Erfüllung die FWG großen Wert legt, sind:

  • Die Jesuitenkirche ist optisch freigestellt.
  • Die Oberfläche des Neubaus ist nur geringfügig größer als der Altbau
  • Die Fensterbänke des Sakristeibaus der Jesuitenkirche werden, wie vorgesehen, nicht vom Flachdach des Kindergartengebäudes überschnitten.

  • Die Gestaltung der Fenster (Aufteilung Rahmen) ist im Detail mit der Fachbehörde abzustimmen. Vorzusehen sind Verglasungen, die Spiegeleffekte dämpfen.

  • Die Gestaltung der Holzverkleidung bzw. hölzernen Schiebeläden ist im Detail mit der Fachbehörde abzustimmen.

  • Die Gestaltung der Treppenanlagen ist im Detail mit der Fachbehörde abzustimmen.

  • Die Ausführung der Putzoberflächen ist im Detail mit der Fachbehörde abzustimmen. Hierzu sind Musterflächen anzulegen.

  • Die Gestaltung der Nordfassade (Eingangsseite) ist grundsätzlich hinsichtlich Fenstereinteilung und Eingangssituation zu überarbeiten.

Im Vorfeld der Entscheidung für den Neubau an alter Stelle wurden die Standorte Lukas-Kern Waisenhaus, Altstadtschule, Gymnasium Leopoldinum und Theologische Hochschule untersucht. Sie mussten alle verworfen werden, da sie sich als voll belegt und ungeeignet für einen Kindergartenbetrieb herausstellten. Auf Vermittlung des Caritasverbandes stellte das Ordinariat Räume am Seminargarten als Ausweichquartier bis zum Neubau des Kindergartens zur Verfügung.

Das Grundstück am Fuße der Jesuitenkirche steht der Stiftungsverwaltung nur solange kostenlos zur Verfügung als dort ein Kindergarten betrieben wird. Falls nicht, fällt das Grundstück an den Freistaat Bayern zurück. Ob der Freistaat bereit ist, das Grundsctück an die Stadt Passau zu verkaufen, oder ob er es selbst für Parkzwecke vermieten will,  ist nicht bekannt. Als "Bürgerpark" eignet sich das Grundstück ohnehin nicht. Dazu fehlt ihm ein Zugang zum Inn. Die Abgeschlossenheit des Areals mit nur einem Zugang im Norden ist dazu geeignet, bei insbesonders weiblichen Besuchern Angstgefühle zu erzeugen und  besonders abends von einem Besuch Abstand zu nehmen

 

 

Klaus Schürzinger, 28.06.2014

Blick von der Innstadt. Das Flachdach des Kindergarten-Neubaus darf die unteren Fenster des Sakristeigebäudes rechts unten nicht überschneiden.