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Innstadt-Tunnel

 

Innstadt-Tunnel

Die Bürgerinitiative „Li/ebenswerte Innstadt“ hat nach 2011 erneut vorgeschlagen, zur Lösung der Verkehrsprobleme der Innstadt einen Innstadt-Tunnel zu bauen. Die Ein- und Ausfahrten des Tunnels sollen im Bereich Kapuzinerplatz/Paradiesgarten am rechten Innufer und und am linken Innufer an der Nikolastraße in Höhe Handwerkskammer/Arbeitsamt, am Karolinenplatz oder beim ECE-Tunnel liegen.

Geht das überhaupt?

Nein, weil zwei wesentliche Hinderungsgründe eines solchen Tunnelbaus von der Initiative nicht gesehen werden.

Zum einem soll laut ihrem Vorschlag die Tunnelführung „parallel zum Inn im Ufergelände“ geführt werden. Damit stünde auf einer Länge von mindestens 200 m bis zur Innbrücke genug Raum zur Verfügung, um bei „einem maximalen Gefälle von 12,5% eine Tiefe von 25m“ unter der Innbrücke zu erreichen. Diese Tunnelführung ist aber nicht möglich, weil das Bahngelände nicht zur Verfügung steht. Die Bayerische Regionaleisenbahn (BRE) hat die Bahnlinie gepachtet. Das Eisenbahnbundesgesetz garantiert der BRE ohne Zeitlimit den Schutz vor Entwidmung der Bahnlinie, solange sie ein Verkehrsbedürfnis anmeldet. Und das wird sie mit Sicherheit tun, unterstützt von den Befürwortern der Granitbahn und den passauer politischen Kräften, die in der Bahn entlang des Inns die Lösung der Verkehrsprobleme der Innstadt sehen. Kein noch so großer mehrheitlicher politischer Wille kann daran rütteln. Die FWG Passau hat deswegen ihre Forderung nach Entwidmung der Bahnlinie und den Bau eines Geh- und Radwegs entlang des Innufers bereits aufgegeben.

Weil das Ufergelände also nicht zur Verfügung steht, müsste der Tunnel auf der kurzen Strecke vom Kapuzinerplatz bis zum Innufer unter die Bahnlinie geführt werden. Das aber ist wegen des dann nötigen Gefälles des Tunnels unmöglich.

Auch ein Tunnelführung unter der unter Ensembleschutz stehenden Bebauung zwischen Schmiedgasse, Löwengrube und Innufer ist nicht möglich, da dazu ausgehend vom Kapuzinerplatz eine Menge Gebäude abgerissen werden müsste, bis der Tunnel die Tiefe erreicht, dass er unter den Häusern gebaut werden kann.

Zum anderen greift der Tunnelbau 25m unter dem Oberflächenwasser des Inns massiv in den Grundwasserbegleitstrom des Inns ein, blockiert ihn möglicherweise sogar.  Aus dem aber speist sich die Wasserversorgung der Stadt Passau und darüber hinaus auf der Rosenauinsel. Ein solcher Tunnelbau im Grundwasserbegleitstrom des Inns ist ein unverantwortliches Spiel mit dem Lebensnerv Passaus, der Wasserversorgung.

Wie sieht es mit den vorgeschlagenen Ein- und Ausfahrten des Tunnels auf der linken Innseite aus?

Eine Ein-und Ausfahrt via ECE-Tunnel dürfte wie der bereits einmal untersuchte Tunnel unter dem Luwigsplatz zur Schanzlbrücke Probleme mit Gefälle und Kurvenradien haben, ganz abgesehen von den enormen Kosten eines solchen Tunnels bis in die Innstadt.

Bei einer Ein- und Ausfahrt in der Nikolastraße auf Höhe des Arbeitsamtes sieht die Bürgerinitiative selbst Probleme mit dem Gefälle.

Bei einer Ein-und Ausfahrt am Karolinenplatz könne – so die Bürgerintiative- der Tunnel auf einer Länge von „mindestens 200 m“ im Ufergelände geführt werden, damit er die nötige Tiefe von 25m unter dem Inn erreicht. Die Sohle des Tunnels am Karolinenplatz muss aber dem jetzigen Höhenniveau der Straße entsprechen, da sie über der Hochwasserkote liegen muss. Städtebaulich würde das bedeuten, dass die Innpromenade einer zum großen Teil überirdisch verlaufenden Tunnelröhre geopfert werden müsste. Denn aus Gründen des einzuhaltenden Gefälles kann der Tunnel nicht unter der Innpromenade verlaufen.

Würde der Tunnel die Verkehrsprobleme der Innstadt lösen?

Ja, er würde die Schmiedgasse und die Mariahilfgasse vom Durchgangsverkehr von und nach Achleiten befreien. Er löst aber die Probleme der Innstadt innaufwärts südlich der Mariahilfgasse nicht. Dieser gesamte Bereich, das Parkhaus Innstadt, das TV-Gelände, der Kindergarten in der Jahnstraße, das Museum Boiotro, die Scheune, der Friedhof, das Lindental, der Kühberg, die Voglau, muss weiterhin über die Jahnstraße und die Lederergasse und Innbrücke erschlossen werden.

Zudem müsste der gesamte Verkehr zum Mariahilfberg und Österreich über den ohnehin überlasteten Neutorgraben geführt werden.

 Fazit

Wer dazu beitragen will, dass die Innstadt li/ebenswert bleibt, sollte, wenn nur irgendwie möglich, zu Fuß gehen, den Park-and Ride Parkplatz in der Kapuzinerstraße nutzen, oder mit Rad oder Bus fahren. Dann bleibt selbst zu Verkehrsspitzenzeiten immer noch Platz genug, um die nur mit Auto zu bewerkstelligenden Fahrten zu erledigen.

Klaus Schürzinger, 30.11.2014