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Laudatio für H. Königsbauer

FWG- Fraktion

 

Ansprache / Laudatio für Herrn Helmut Königsbauer

bei der Würdigung derVerleihung des Bundesverdienstkreuzes

an Mitglied Helmut Königsbauer

am Montag, dem 21. Mai 2012

 

Sehr geehrte Damen und Herren!

Liebe FWG- Mitglieder und FWG- Freunde!

Sehr geehrter, lieber Herr Königsbauer!

 

Wir freuen uns alle, dass wir heute zusammengekommen sind, um unserem Mitglied und Stadtratskandidaten Herrn Helmut Königsbauer zur Verleihung des Bundes-verdienstkreuzes am 28. April durch den Bundespräsidenten Christian Wulff bzw. den bayrischen Wirtschaftsminister Martin Zeil gratulieren zu können.

Lassen Sie mich bitte hohe Ehrung mit einer kleinen Ansprache bzw. Laudatio würdigen! (In Klammern: Die FWG hat mit Jonny Goebel bereits einen Bundesver-dienstkreuzträger in ihren Reihen, der diese Auszeichnung 1977 für seine Verdienste

um das THW Passau, dessen langjähriger Vorsitzender er war, erhalten hatte.)

 

Zum Werdegang unseres Ehrenträgers:

Helmut Königsbauer gehört noch zu der Serie der vor 1945 geborenen Kriegs- und Nachkriegskinder, die als besonders zäh, genügsam und belastbar gelten. Als zweit-ältestes von sieben Kindern musste Helmut Königsbauer bereits als kleiner Junge in der elterlichen Landwirtschaft in Haidenhof bei den diversen Aufgaben und Arbeiten mithelfen, beispielsweise in aller Herrgottsfrühe das Futter für die Kühe zu recheln - und andere Aufgaben mehr. Später meinte der erfolgreiche Unternehmer:„Geschadet hat mir das nicht, sonst hätte ich wohl auch die Lehrzeit, in der ich in München von Montag bis Samstag von vier Uhr morgens bis acht Uhr abends für vier Mark im Monat schuften musste, nicht überstanden“.

Helmut Königsbauer macht im Rückblick keinen Hehl daraus, wie schwierig die Zeit für ihn als 15-Jährigen damals war. Er litt nicht nur unter Heimweh, sondern auch unter den Schlägen und der Härte des Chefs. Hinzu kam: Metzger zu werden war nie sein Traum. „Ich wollte eigentlich immer Automechaniker werden, aber mein Vater war dagegen. Außerdem setzte mir das Schlachten am Anfang immens zu. Die kleinen Kälbchen schauten mich so hilflos und voller Vertrauen an, da musste ich mich schon sehr überwinden.“

 

Rückkehr nach Passau

Zurück nach Passau verschlagen hat es Helmut Königsbauer durch einen Arbeitsun-fall , bei dem er beinahe ums Leben gekommen wäre. An dieses Ereignis erinnert er sich heute noch in allen Details: „Ich musste für eine Speckplatte eine Schwarte runterschneiden und brauchte dafür viel Kraft. Plötzlich rutschte ich ab und stach mir mit dem Messer eine 12 Zentimeter lange Wunde in den Oberschenkel. Weil ich so stark blutete, schickte mich der Chef zum Arzt, noch dazu zu Fuß.“ Wie sich herausstellte, hatte der Lehrling die Hauptschlagader genau um einen Millimeter ver-fehlt. „Dafür gab’s dann Heimaturlaub und ich bin geblieben“, schmunzelt Königs-bauer.

Am 13. September 1965 - er ist damals 25 Jahre jung - eröffnete Helmut Königsbauer mit seiner ersten Frau nach viertägiger Hochzeitsreise – Zelturlaub in Livorno – sein erstes Geschäft in Haidenhof, das sogenannte Hauptgeschäft. „Begonnen haben wir mit dem Schlachten einer Sau pro Woche und ich weiß noch, dass wir am ersten Tag 180 Mark Einnahmen hatten, am zweiten Tag bereits knapp 300“, erinnert er sich. 45 Jahre später kann Helmut Königsbauer auf eine beispiellose Erfolgsgeschichte zu-rückblicken, mehr als 800 bei Leistungswettbewerben errungene Medaillen geben Zeugnis davon, dass er mit Leib und Seele Metzger ist.

 

Viefaches ehrenamtliches Engagement

Es war für Helmut Königsbauer immer selbstverständlich, sich über die Arbeit für die Firma und die Sorge für die Familie hinaus, gesellschaftlich und ehrenamtlich zu en-gagieren. So ist er Vorstand der Metzgergenossenschaft Passau und Obermeister der Metzgerinnung Passau. Darüber hinaus ist er Beiratsmitglied des Schlachthofs Passau und der AOK Passau sowie ehrenamtlicher Richter beim Finanzgericht München. Desweiteren ist er Mitglied in zahlreichen Vereinen in Passau, wie etwa der Lebens-hilfe, der Verkehrswacht, dem Kneipp-Verein, dem Bund der Selbstständigen, dem Gartenbauverein Heining-Neustift als auch bei mehreren örtlichen Sportvereinen. Nicht zuletzt hat sich Helmut Königsbauer mit seinem Beitritt zu den Freien Wählern auch kommunalpolitisch engagiert.

Am 30. April 2012 wurde er für diesen Einsatz vor allem um das Metzgerhandwerk von Wirtschaftsminister Martin Zeil in München mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

 

Würdigung durch den Wirtschaftsminister Martin Zeil

Zeil skizzierte in seiner Laudatio, wie der Metzgermeister seit 1965 aus kleinen Anfängen heraus sein Unternehmen aufbaute, mit inzwischen über 60 Filialen in Niederbayern, Oberbayern und der Oberpfalz. Heute beschäftige KÖPA rund 400 Mitarbeiter und bildet jährlich 20 bis 30 Lehrlinge aus. "KÖPA zählt zu den bedeu-tenden Arbeitgebern und Ausbildungsbetrieben der Region", bilanzierte Zeil. Dass Königsbauer Ausbildung und Förderung des beruflichen Nachwuchses am Herzen liegen, zeige sein Engagement als Vorsitzender des Ausschusses für Lehrlingsstreitig-keiten der Metzger-Innung Passau sowie als Mitglied im Gesellenprüfungsausschuss für Metzgereiwarenverkäufer. 1995 wurde er zum stellvertretenden Obermeister und 2002 zum Obermeister der Metzger-Innung Passau gewählt. Bereits seit 1982 gehört Königsbauer dem Beirat des Passauer Schlachthofs an; auf Landesebene wirkt er seit 1996 als Prüfer für Fleischqualität mit. Auf Bundesebene habe Königsbauer von 1995 bis 2005 bei der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft mit dafür gesorgt, dass hohe Qualitätsstandards für Fleisch- und Wurstwaren und Qualitätsbewertungen von Lebensmittelprodukten durchgesetzt werden konnten.

 

Ich möchte noch anfügen, dass Herrn Königsbauers Leistung umso bewunderns-werter erscheint, wenn man weiß, mit welch harten Bandagen in der Lebensmittel- sowie Fleisch- und Wurstbranche von den Discountern Aldi, Norma und Lidl um Umsatzanteile zu Lasten der einheimischen mittelständischen Fleischwarenbetriebe gekämpft wird und man weiß, wie viele diese kleineren Metzgereien schon aufgeben mussten.

Hinzu kommt natürlich auch, dass es eine allgemeine Erscheinung ist, dass es in Familiebetrieben immer schwieriger wird, den eigenen Nachwuchs für die arbeits- und entsagungsreiche Führung der Familienfirma zu gewinnen, wo man locker auf 60 Stunden und mehr pro Woche kommt. So ist im Wirtschaftsteil der heutigen SZ zu lesen: Schlechte Nachricht für Familienunternehmer: Erstaunlich wenige Kinder haben Lust, die Nachfolge ihrer Väter und Mütter in der Firma anzutreten. Das ergab eine Studie der Universität St. Gallen, bei der 28 000 Studenten befragt worden sind, die aus Familienunternehmen stammen. Die Kinder fühlen sich eingeengt, unwohl. Sie wollen sich aus des Zwängen des Patriarchen befreien. So viel ich gehört habe,

sieht es bei der Firma Köpa aber derzeit so aus, dass der Patriarch recht zufrieden sein kann.

 

Noch ein paar Worte zum Privatmann Helmut Königsbauer:

Wenn man als Inhaber und Chef einer so großen Firma rastlos tätig ist, braucht man natürlich ein gewisses Quantum an Ausgleich und Rückzug. Ruhe und Kraft holt sich unser Jubilar in seinem Heim und seinem Garten. Wir wissen, dass der 5fache Vater und neunfache Großvater Königsbauer in seinem Garten hinter dem Betriebsgebäude an der Neuburgerstraße ein leidenschaftlicher Gärtner und Winzer ist, wobei er alle Gebote des biologischen Anbaus penibel befolgt. Die Vielfalt des angebauten Ge- müses von Kartoffeln, Salat, Tomaten, Rettich und Kürbis macht ihn im Sommer und Herbst zum Selbstversorger im Bereich der Vitamin- und Nährstoffversorgung.

Der Blumen- und hier vor allem Rosenfreund zieht dort auch alle seine Blumen selber und erarbeitet sich als Winzer alljährlich ein paar Flaschen Wein. Daneben produziert der Freund der Blumen und Düfte aus Lavendelsamen und Rosenblüten so erfreulich angenehme Dinge wie Duftkissen, die er dann in den Räumen seines Hauses aufhängt oder auch verschenkt. Überhaupt hat unser feinsinniger Metzger-meister eine besondere Vorliebe für die Königin aller Blumen. Er hat es gerne, wenn sie möglichst das ganze Jahr über in einer Vase sein Auge und Herz erfreuen. Um aber nicht allzu ätherisch zu werden, zurück zum Fabrikanten deftiger Wurstkreat-ionen, zum immer wieder mit Preisen ausgezeichneten Schöpfer weißblauer Ess-kultur. Es ist doch interessant zu wissen, welche Würste ein Metzgermeister bevor-zugt isst. Auf eine diesbezügliche Frage hat er geantwortet: Da mag ich es gerne ein bisschen gröber, beispielsweise eine gut gewürzte, am Stück heruntergeschnittene Kochsalami, eine Scheibe Bauernpressack oder Leberkäse, aber alles in Maßen, denn ich muss auf meine Gesundheit aufpassen.“ Ich verrate kein Geheimnis, meine derzeitige Figur beweist es, dass ich ein leiddenschaftlicher Konsument von Leber-kässemmeln aus dem Haus Königsbauer bin und mich die Verkäuferinnen in der Lud-wigsstraße, in der Stadtgalerie und der Neuburgerstraße als gefräßigen Stammkunden schätzen.

 

Womit wir beim A&O jedes Menschen wären. Seiner Gesundheit. Hier freuen wir uns mit ihm, dass er mit Hilfe der Ärzte eine Bedrohung im Bereich der Stimmbänder abwehren konnte und weiterhin die Kraft und Energie hat, gemäß seinem Motto „Aus jedem Tag zwei machen, pünktlich, ehrlich und zuverlässig sein. Dann kommt man auch zu was.“ zu arbeiten und zu leben.

 

Helmut Königsbauer, das Mitglied der Freien Wählergemeinschaft Passau

 

Wir von der Freien Wählergemeinschaft Passau haben Herrn Königsbauer immer als freundlichen, höflichen und zurückhaltenden Menschen erlebt und sind dem be-deutenden Unternehmer und Geschäftsmann zu großem Dank verpflichtet, dass er der Freien Wählergemeinsschaft nun schon 10 Jahre als Mitglied angehört, - ohne sich als der große alleswissende Zampano oder besserwissende Großunternehmer aufzu-spielen. Er hat uns als Kandidat bei den Stadtratswahlen 2002 und 2008 geholfen und hat mit seinen ins Gewicht fallenden Stimmen Anteil daran, dass die Gesamtstim-menzahl der FWG zuletzt für den Gewinn eines dritten Stadtratssitzes reichte.Dass er dabei den Einzug jeweils als erster Nachrücker nur knapp verfehlte, hat er sportlich fair und philosophisch abgeklärt ertragen. Wir hoffen und wünschen, dass er es dann 2014 im dritten Anlauf als dann 74jähriger schafft.

 

Die FWG hat also mit Helmut Königsbauer einen der erfolgreichsten und profiliertes-ten Mittelständler Passaus wie der Region in ihren Reihen - und mit ihm nun auch einen zweiten Bundesverdienskreuzträger. Darauf sind wir stolz und dafür sind wir ihm dankbar. Wie Sie wissen, lieber Herr Königsbauer lastet auf Ihnen auch die Ver-antwortung des ersten Nachrückers der FWG- Fraktion. Sollte einem unserer drei Stadträte etwas zustoßen, - was wir nicht hoffen -, so wird an Sie der Ruf ergehen, in die Stadtratsbresche zu springen.

Als Chef Ihrer großen und erfolgreichen Firma wie als Oberhaupt einer großen Familie brauchen Sie vor allem Gesundheit und innere Ruhe und Ausgeglichenheit, um den vielfältigen Aufgaben und dem weiten geschäftlichen, ehrenamtlichen und privaten Pflichtenkreis gerecht zu werden. Wir Freie Wähler Passaus wünschen Ihnen dazu weiterhin viel Erfolg, Freude und Anerkennung, wie sie zuletzt in der Verleih-ung der hohen Auszeichnung für Ihre berufliche und gesellschaftliche Lebensleis-tung zum Ausdruck gekommen ist.Wir werden uns immer freuen, wenn Sie mit Ihrem freundlich- charmanten Lächeln bei uns frisch und munter auftauchen und aufmerk-sam am Tische sitzen- und dürfen und möchten nun mit Ihnen auf die hohe Ehrung und Ihre Gesundheit anstoßen und einen gemeinsamen Schluck nehmen. Helmut Könisbauer möge weiterhin Glück und Erfolg auf allen Wegen haben.

 

A.F. / 21. 5. 2012