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Burgschänke

Die vier Planvarianten des Architekturbüros Phillip Donath

Das Architekturbüro Donath hat 4 Planvarianten vorgestellt:

2 oberirdische Varianten:

  • östlicher Teil Burggraben vor Bastion
  • westlicher Teil Burggraben, Nähe Aussichtspunkt

2 überdeckte Varianten:

  • abgesenkte westliche Variante
  • Trapez vor Bastion, östlicher Teil des Burggrabens

Stellungnahme des Referats Stadtentwicklung

Aus städtebaulicher, insbesondere gestalterischer Sicht würde - in Übereinstimmung mit der Auffassung des Gestaltungsbeirats - einer überdeckten Variante - und damit der Freistellung des Burggrabens - der Vorzug gegeben.

Gleichwohl ist es aber Aufgabe des Referates, aus Sicht der Stadtentwicklung dafür Sorge zu tragen, dass auf dem für Passau bedeutenden Oberhausareal dringend gebotene Veränderungen. also Verbesserungen, in absehbarer Zeit erfolgen müssen. Wie allgemein bekannt, ist man bereits seit 10 Jahren bemüht, diese Angelegenheit voranzutreiben - bisher leider ohne sichtbaren Erfolg.

Eine bessere Chance als jetzt, nun endlich den Startschuss für eine spürbare Verbesserung  der Situation zu geben, hatte sich bislang nie ergeben. Man muss hier realistischerweise auch festhalten, dass keine Anzeichen erkennbar sind, dass sich in Zukunft vielleicht eine noch bessere Gelegenheit anbieten würde. Vergleicht man zudem die jetzt vorgestellte Planung  mit dem derzeitigen bereits ruinösen Bestand oder auch mit der bereits genehmigten und mit den Fachstellen seinerzeit abgestimmten Sanierung und Umgestaltungsmöglichkeit, so zeigt sich, dass mit der beabsichtigten Planung  eine erhebliche Verbesserung erfolgen wird. Hier ist insbesondere auf die Reduzierung der Baumasse, der Optimierung der Lage, der Eingrünung, der Möglichkeiten der Detailgestaltung usw. zu verweisen.

Aus der Sicht der Stadtentwicklung ist einer wirtschaftlich funktionierenden - und damit vom Investor auch realisierbaren - Verbesserung gegenüber der gestalterisch vielleicht optimalen Version, die jedoch absehbar nie über eine Planungsphase hinauskommen wird, der Vorzug zu geben. Darüberhinaus muss an dieser Stelle nochmals auf die positive Stellungnahme des Landesamtes für Denkmalpflege zum vorgestellten Erst-Entwurf hingewiesen werden, die ebenfalls auf die oben stehenden Verbesserungen gegenüber dem Ist-Stand verweist.

Das Referat Stadtentwicklung spricht sich daher unter Berücksichtigung der Gesamtsituation für die letztendlich ralisierbare Variante aus, die zahlreiche Verbesserungen ermöglicht und eine Steuerung der Gebäudegestaltung erlaubt.

Stellungnahme des Landesamtes für die Denkmalpflege

Das Landesamt für Denkmalpflege sieht zwar in Kenntnis aller Planvarianten im Vorschlag des Gestaltungsbeirats eine Optimierung gegenüber dem Erst-Entwurf, kann diesem aber bereits grundsätzlich zustimmen, da die Beschränkung auf ein Stockwerk eine wesentliche Verbesserung gegenüber der bestehenden Baugenehmigung, die eine 3-Geschossigkeit zulässt, darstellt. Durch die Reduzierung der Baumassen können darüberhinaus Nachteile (u.a. Ausdehnung des Baukörpers über die gesamte Grabenbreite sowie Eingriffe in die historische Bausubstanz der Stützmauer) des Siegerentwurfs des 2000 durchgeführten Wettbewerbs, der von Seiten des Landesamtes mitgetragen werden konnte, vermieden werden.

Stellungnahme des Gestaltungsbeirats

Der Abbruch des bestehenden Gebäudes eröffnet eine einmalige Chance, den Freiraum zwischen Veste und Thingplatz konsequent von Einbauten zu befreien und damit den einmaligen Blick auf die geamte Stadtsilhouette sowohl für die Allgemeinheit als auch für die Besucher und Gäste des Restaurants in gleicher Weise verfügbar zu machen. Die untersuchten auf Grabenniveau eingestellten Gebäudevarianten zeigen deutlich, dass es nicht gelingen kann, den zwar erdgeschossigen aber mit circa 500 qm Geschossfläche doch großen Baukörper als Pavillon in den vorhandenen Raum zu integrieren. Bei diesem Lösungsansatz bleibt die Barrierewirkung  des in die Grabensituation eingestellten Baukörpers unverändert bestehen. Der Gestaltungsbeirat schlägt deshalb vor, das Gebäude auf das Niveau des vorhandenen Kellers des abzubrechenden Gebäudes aufzusetzen. Der Burggraben wird somit durch die Neubaumaßnahme baulich nicht ausgefüllt und der freie Blick auf die Stadt bleibt erhalten.

Beschluss des Bauausschusses vom 29.03.2012

"Der Ausschuss für Bauen und Liegenschaften nimmt die von Herrn Arch. Phillip Donath vorgestellten Planungsvarianten zur Kenntnis, stellt eine Genehmigung der auf Planvariante 1 erstellten Eingabeplanung in Aussicht und beauftragt die Verwaltung, in Abstimmung mit dem Planer, Arch. Phillip Donath, die Planvariante 1 zur Genehmigungsreife zu führen."

Der Bauausschuss hat sich mit der einzigen Gegenstimme von FWG-Stadtrat K.Schürzinger für die Variante 1, die der Investor als die für ihn einzig mögliche bezeichnete, entschieden.

Gründe für die Gegenstimme des FWG-Stadtrats K.Schürzinger

Dass die beschlossenen Variante 1 gegenüber den alten Zustand, aber auch gegenüber dem bereits genehmigten Bau einer 3-stöckigen Anlage, einen Fortschritt bedeutet , leuchtet auch Stadtrat K.Schürzinger ein. Auch hätte die Ablehnung der Variante 1 nach klarer Aussage des Investors, dass nur diese Variante für ihn in Frage komme,  bedeutet, dass der jetzige bedauernswerte Zustand  auf unbestimmte Zeit weiter bestehen würde.

Dennoch wollte  K.Schürzinger, im Bewusstsein, dass sein Minderheitenvotum der Realisierung des Neubaus nicht im Wege stehen werde, mit seiner Gegenstimme ein Zeichen setzen.

Denn zum einen wurde nach seiner Überzeugung und der der FWG eine für diesen einzigartigen Ort optimale Lösung verfehlt. Ein auf die Höhe des vorhandenen Kellers des abzureißenden Gebäudes errichteter Neubau hätte den Burggraben freigestellt und damit den öffentlichen Zugang nicht minimiert. Gleichzeitig hätte das Restaurant eine einzigartige Ausblicklage in voller Breite des Burggrabens bekommen.  Die Probleme der Begebenheiten des Ortes wären in verblüffend einfacher Weise bewältigt worden. Leider war der Investor von der Funktionalität dieser Variante nicht zu überzeugen.

Zum anderen ärgerte ihn die unqualifiziert harsche Kritik einiger Stadträte an der Arbeit des Gestaltungsbeirats. PassauerListe-Stadtrat P.Pell sprach von einer "angedachten Bunkervariante", der Grünen-Stadtrat S.Bauer gar von einer "Erdlochvariante" und SPD-Stadtrat M.Sturm meinte, "unter die Erde kommen wir alle noch früh genug". Diese Art der Kritik wird der Kompetenz und der Erfahrung  des unabhängigen Beirats in keiner Weise gerecht, sie schmälert nur seine Wirksamkeit für zukünftige Projekte.

 

K. Schürzinger, 07.04.2012