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Auswirkungen der Öffnung der Ringstraße

FWG- Fraktion / 20. März 2012

Alois Feuerer / Klaus Schürzinger

Anfrage zu Fahrplanabweichungen des SWP- Linienverkehrs

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister! Lieber Jürgen!

Um objektive Zahlen zum Nachweise staubedingter Behinderungen des lokalen ÖPNV- Verkehrs zu bekommen, bitte ich Sie, in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr duch einen Vertreter der SWP folgende Fragen beantworten zu lassen:

1.

An wievielen Tagen kam es im Zeitraum vom 1.1. 2011 bis 30. 3. 2012 auf den Strecken

a) ZOB - Achleiten und b) ZOB - Bäckerholz c) ZOB Hochstein zu staubedingten erheblichen Abweichungen von den Fahrzeiten des Fahrplans, die zu mehr als 2 Minuten Verspätung führten.

Zu welchen Tageszeiten traten diese Verspätungen schwerpunktmäßig auf?

Sind die Ursachen von Staubildungen z. Bsp. Blockierung einer Fahrbahn durch Verkehrsunfälle, Liegenbleiben von Fahrzeugen wg. technischer Defekte oder Fahrfehlern von LKW- und Reisebus-lenkern bekannt? Wenn ja, in wievielen Fällen?

2.

Kommt es bei Fahrten der SWP- Busse durch Stau in der Augustinergasse / Ringstraße zu bestimmten Zeiten zu fahrplanrelevanten Verzögerungen?

3.

Welche Aussagen können die SWP zur Situation des von ihnen geleisteten ÖPNV treffen?

Erlauben die Fahrplanprotokolle von einem geregelten ÖPNV zu sprechen? Wie hoch ist der prozentuale Anteil von Fahrten mit nennenswerten Abweichungen vom Fahrplanzeiten?

Sind die Abweichungen in Passau gegenüber Städten wie Landshut oder Regensburg überdurchschnittlich?

Lassen sich 2011/12 bei Fahrplanabweichungen deutliche Veränderungen gegenüber früheren Vergleichsjahren (vor dem Inkrafttreten der neuen Verkehrsführung im Zusammenhang mit der Entwicklung der NM) beobachten? Vereinfacht gefragt: Ist es in den letzten Jahren besser oder schlechter geworden?

Mit freundlichen Grüßen

Alois Feuerer / 22. März 2012

 

 

Antwort der Stadt Passau

Passau, den 11. April 2012

Fahrplanabweichungen des SWP-Linienverkehrs

Sehr geehrter Herr Feuerer,

Sehr geehrter Herr Schürzinger,

Die Mitarbeiter des Verkehrsbetriebes der Stadtwerke Passau GmbH haben umfangreiche Recherchen mit Hilfe der vorhandenen Daten aus dem Fahrgastinformations-System und den Statistiken vorgenommen. Daten für das ganze Jahr 2011 liegen allerdings nicht vor, da die Betriebsdaten nicht ständig archiviert werden. Mit Hilfe des Fahrgastinformations-Systems können nur für jeweils etwa zwei zurückliegende Wochen Auswertungen durchgeführt werden. Anhand von Zählungen und Erhebungen, die bei Bedarf vorgenommen werden, konnte im Verkehrsbetrieb eine stichprobenartige Auswertung durchgeführt werden.

Eine Überprüfung der Daten am Dienstag, 27.09.2011 ergab folgendes Ergebnis:

Bei 15 Fahrten von Achleiten zum ZOB zwischen 6:50 Uhr und 21:00 Uhr gab es bei zwei Fahrten mehr als 2 Minuten Verspätung. Bei 14 Fahrten vom ZOB Richtung Innstadt zwischen 6:30 Uhr und 21:00 Uhr kamen 6 Fahrten mit 2 bis 6 Minuten Verspätung an der Haltestelle Augustinergasse an. Diese konnten auch bis zur Haltestelle Kirchenplatz nicht mehr ausgeglichen werden. Die größten Verspätungen sind aufgetreten bei den Fahrten zwischen 12:00 Uhr und ca. 13:30 Uhr.

Am Freitag, 14.10.2011, sind auf der Linie 3/4 zwischen 11:00 Uhr und 14:00 Uhr die größten Verspätungen mit durchschnittlich 3 Minuten je Fahrt aufgetreten. Im übrigen Tagesverlauf waren die Fahrten mit maximal 1 Minute Verspätung verhältnismäßig pünktlich.

Zusätzlich wurden aktuelle Daten aus der Woche vom 12. bis 18. Mäarz 2012 ausgewertet. Die größten Behinderungen gab es auf der Linie 3/4 bei den Fahrten zwischen 12:00 Uhr und 14:00 Uhr mit durchschnittlichen Verspätungen von 3 Minuten je Fahrt.

Eigene Beobachtungen und Meldungen der Omnibusfahrer bestätigen diese Ergebnisse. Staus und Behinderungen vom ZOB Richtung Innstadt treten meist Freitagmittag auf, werden aber in der Regel durch die Wendezeit an der Endhaltestelle Achleiten wieder ausgeglichen. Morgens bei dichtem Berufsverkehr kommt es zeitweise zu Verzögerungen infolge dichten Verkehrs in der Nikolastraße, der sich teilweise bis zur Schanzlbrücke zurückstaut. Folge ist, dass sich die Ausfahrt der Busse Richtung Altstadt und Schanzlbrücke aus der Bahnhofstraße verzögert.

Über den gesamten Linienverkehr verteilt liegt der Antei von Fahrten mit bis zu 2 Minuten Verspätung im Zeitraum vom 12.03.2012 bis 18.03.2012 bei 11,5%, bis zu 3 Minuten Verspätung bei 9,6% und darüber bei 1,9%, wobei der Anteil der Verspätungen mit 4 Minuten oder mehr bei 0.9% lag.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass der ÖPNV in Passau insgesamt pünktlich und fahrplanmäßig verläuft. Einzelne Verspätungen infolge sporadisch auftretender Verkehrsstörungen lassen sich in einem Bussystem ohne eigene Busspuren nicht vermeiden.

Mit freundlichen Grüßen

 

Stellungnahme der FWG

Problem Öffnung der Ringstraße

Vorgeschichte zur Erinnerung

Die Ausweisung der Dr.-Hans-Kapfinger-Straße als Fußgängerzone im Rahmen des Konzeptes Neue Mitte bedingte den vorausgehenden Ausbau von Ableitungsrouten für den aus der Dr.-Hans-Kapfinger-Straße verdrängten Verkehr  zum Ludwigsplatz und Schanzlbrücke. Es waren dies in erster Linie die Ausweichrouten Pionierstraße und Stelzhamerunterführung zur Regensburgerstraße. Die Verkehrsplaner erachteten darüberhinaus die strikte Kappung des Verkehrs von der Neuburgerstraße zur Schanzlbrücke über die Ringstraße und umgekehrt als notwendige Voraussetzung für das Gelingen der geplanten Verkehrsverlagerung. Genau diese Kappung aber empfanden viele Bürgerinnen und Bürger als eine "Schikane, die einem mündigen Bürger" nicht zuzumuten sei und missachteten daher in hoher Zahl das Verbot des Geradeaus-Fahrens auf der Ringstraße bei der Kreuzung Ringstraße / Augustinergasse. Die Polizei weigerte sich schließlich, die massenhafte Missachtung der Verkehrsregelung zu bestrafen. Befeuert wurde dieses verkehrswidrige Verhalten durch das Wahlversprechen einer Öffnung der Ringstraße durch den damaligen OB-Kandidaten J. Dupper.

Wie hat sich die Öffnung der Ringstraße ausgewirkt?

Der befürchtete Verkehrsinfarkt blieb aus, der Stau zu Stoßzeiten ist allerdings die Regel. Der neuralgische Punkt des ganzen Systems ist die Nikolastraße. In beide Richtungen bewältigt sie maximal je 1.000 Fahzeuge pro Stunde. Diese Kapazität ist zu Stoßzeiten regelmäßig überschritten, auch weil sie seit Öffnung dr Ringstraße den vermehrten Verkehr von der Neuburgerstraße zur Schanzlbrücke aufnehmen muss. Dass es im Nadelöhr Ringstraße/Nikolastraße nicht regelmäßig zu einem vollkommenen Verkehrsstillstand kommt, dürfte der Tatsache zu verdanken sein, dass die Autofahrer im Wissen um den Ringstraßenstau zu Stoßzeiten die ihnen noch aus der Zeit vor der Öffnung der Ringstraße bekannten Ausweichrouten nutzen und die Ringstraße meiden.

Busverspätungen

Wie aus den von den Verkehrsbetrieben der Stadtwerke Passau gelieferten Daten hervorgeht, entstehen die Busverspätungen z.B. in die Innstadt nicht in irgendwelchen Engstellen in der Innstadt, sondern in der Ringstraße. Busse verlieren im stoßzeitlichen Stau Zeit, weil sie, vom ZOB kommend, von der Dr.-Hans-Kapfinger-Straße nicht nach links in die Ringstraße einbiegen können und, wenn sie das geschafft haben, im Ringstraßenstau stecken.  Dies gilt zum Beispiel für die Linie 3/4 nach Achleiten. Umgekehrt fahren zum Beispiel die Busse der Linie 8/9, die aus Richtung Universität auf der Innstraße kommend den Weg über die Augustinergasse und Ringstraße zum ZOB nehmen müssen, erhebliche Verpätungen ein, weil der regelmäßige Stoßzeitenstau ihnen die Durchfahrt zum ZOB erschwert.

 

K.Schürzinger,

27.04.2012