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Nein zum Seilbahnbau

 

FWG- Fraktion / Alois Feuerer / 4. Januar 2010

An den

Oberbürgermeister der Stadt Passau

Herrn Jürgen Dupper

Rathaus

94032 PASSAU


Fragen zum Seilbahn- Projekt

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister!

 

Wir bitten Sie, dass uns und der Öffentlichkeit in der nächsten Sitzung des Aus-schusses für Stadtentwicklung und Verkehr am 1. 2. 2011 und in der Sitzung des Plenums am 7. 2. 2011 folgende Fragen mündlich wie schriftlich beantwortet werden.

(Dabei sollen die Fragen 1 / 9/ 10 / 12 sollen vom Referat 6, Fragen 2-8 vom Referat 5, Frage 11 vom Referat 3 und die Fragen 13 / 14 vom OB- Büro beantwortet werden.)

Zur Beantwortung eventueller Nachfragen soll ein Vertreter der Investoren wie auch ein Vertreter des Architektur- bzw. Planungsbüros in der Sitzung anwesend sein.

1.

Wer sind die Investoren des Seilbahn- Projektes?

Liegt der Stadt ein Konzept der Investoren für die Erstellung und den Betrieb des

Projekts vor?

In welcher Gesellschaftsform soll die Seilbahn betrieben werden?

Wer gehört zu den Gesellschaftern?

Welches Planungsbüro wird die Seilbahn baureif planen?

Gibt es bei der derzeitigen Planung konkrete und wesentliche Unterschiede/ Änderun-gen gegenüber der im Frühjahr 2002 vorgelegten „Studie Seilschwebe-Bahn Passau“?2.

Welche Alternativen für die Tal- und Bergstation werden von den Projektanten und vom Investor bevorzugt?

3.

Welche Abmessungen in Breite, Tiefe und Höhe hat das Gebäude der Talstation.

Wie weit ragt das Gebäude in die uferseitigen Verkehrflächen?

Wie hoch ist die lichte Unerfahrungshöhe für Fahrzeuge?

4.

Welches Fassungsvermögen haben die gewählten Gondeln?

Welche Abmessungen zeigt die bevorzugte Gondel?

Aus welchem Material werden die Gondeln hergestellt?

Wie viele Gondeln befördern die Fahrgäste?

Wie viele Gondeln sind währende einer Fahrt sichtbar?

Wie viele Gondeln hängen bei Stillstand an den Seilen?

6.

Wie stark sind die Trage- und Zugseile?

Wie viele Seile spannen sich über die Donau?

Wie viele Gondeln sind im Ruhestadium außerhalb der Tal- und Bergstation sichtbar?

7.

Wo soll die Bergstation stehen?

Wird die Bergstation vom Tal aus sichtbar sein oder wird sie hinter der Kante des Georgsbergs platziert?

Welche Abmessungen wird die Stütze an der Bergkante sowie die Bergstation selbst haben?

8.

Welche Länge und Breite soll die Zufahrt vom Rennweg zur Bergstation haben?

Welche Fläche wird zusätzlich für die Parkplätze benötigt?

Wo werden diese Parkplätze angeboten?

Welches gegenüber dem Status quo zusätzliche durch die Seilbahn produzierte Ver-kehrsaufkommen erwartet man für den Rennweg?

Treten bei der Herstellung und beim Unterhalt der Zufahrt und Parkplätze Kosten für die Stadt auf?

9.

Wird es bei der Seilbahn einen ganzjährigen Betrieb geben oder wird der Betrieb parallel zum Schifffahrtsbetrieb der Dreiflüsse- Rundfahrten in den Monaten November bis März mehr oder weniger ruhen?

10.

Welche Benutzerzahlen werden erwartet?

Welche Besucherzahlen werden zusätzlich gegenüber den Besucherzahlen, die ohne Seilbahnattraktion erreicht werden, prognostiziert?

Besteht ein Zusammenhang zwischen den Seilbahnbetreibern und der Zukunft des Aussichtscafes Oberhaus?

11.

Mit welcher Steigerung der Zahl der Besucher des Oberhausmuseums, dessen Eingang von der Bergstation von ca. 500 Meter entfernt ist, kann bei einem Seilbahnbetrieb gerechnet werden?

Welche Einnahmen könnten dabei besten/schlechtesten Falles bei Zugrundelegung des

Durchschnittseintrittspreises (Vollzahler, Ermäßigte und Schüler), die auch die Zeit 2

Stunden für einen Besuch des Oberhausmuseums aufbringen wollen, erzielt werden?

Wird ein Zubringerdienst für die ca. 500 Meter lange Gefäll- bzw- Anstiegsstrecke von von der Bergstation zum Museumseingang für notwendig gehalten?

Welche Kosten entstehen dabei für die Besucher?

12.

Kann die Stadt aus dem Seilbahnbetrieb direkte finanzielle Einnahmen wie Gewerbesteuer (o.ä.) oder eine Konzessionsgebühr erwarten?

Wie hoch schätzt man den durch die Seilbahn generierten Umsatz für die Gastronomie und den Handel?

13.

Wie schon 2003 wurde das Seilbahnprojekt mit Donau- Querung im Altstadtbereich von der Stadtplanung, dem Naturschutz, der Stadtheimatpflegerin, dem Gestaltungs-beirat und dem LfD abschlägig beurteilt.

Hält die Stadt /der Stadtrat /der OB entgegen dem ablehnenden Standpunkt dieser Gremien die Seilbahn dennoch für machbar?

Die Befürworter sprechen davon, dass die Seilbahn in ihrer Gestaltung „stadtbildverträglich“ sein müsse. Dazu stellt sich die Frage, ob hierfür nicht das „Alles- oder Nichts- Gesetz“ gilt. Stören die die Donau querenden Trag- und Zugseile das Bild der Altstadt und der Naturkulisse der Oberhauser Leite nicht vergleichbar penetrant, wie ein kräftiger Kratzer oder Diagonalstrich ein Gemälde zerstört?

14.

Wie will man auf Seiten der Verwaltung einschl. des OB nach Vorliegen aller notwendigen Informationen mit dem Projekt vorgehen?

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

für Ihre wie immer rasche und zuverlässige Unterstützung bei der rückhaltlosen Beantwortung unserer Fragen bedanke ich mich schon heute bestens.

Mit freundlichen Grüßen

Alois Feuerer

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Alois Feuerer / 02.02.2011

Stadtrat

FWG beklagt Informations- und Diskussionsdefizit beim Seilbahnprojekt

Ablehnung des Grundatzbeschlusses zur Genehmigung eines Seilbahnbaus

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister!

Damit es auch dokumentiert ist, möchte ich das, was ich in der Sitzung des Aus-schusses für Stadtentwicklung und Verkehr am 1. 2. 2011 zum Vorgehen in Sachen Seilbahn- Projekt gesagt habe, auch noch schriftlich in einem Brief wieder-holen und zusammenfassen.

Da uns, der FWG- Fraktion, die bisher einzige Information des Stadtrates über das Seilbahn- Projekt in der Plenumssitzung vom 4.10. 2011 nicht genügte, habe ich Ihnen am 4. Januar 2011 einen Katalog von 14 Fragen geschickt, mit dem Wunsche, diesen in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung am 1.2.2011 und in der Sitzung des Plenums am 7.2.2011 beantworten zu lassen.

Als ich nach drei Wochen noch keine Antwort hatte, fragte ich Herrn Kolbeck, wann ich denn den Brief mit den Antworten erhalten. Herr Kolbeck teilte mir mit, dass der

Brief von Herrn Lang schon geschrieben und unterwegs sei, ich allerdings keine Antworten auf meine Fragen erhalten würde. Als ich am 27. 1. immer noch keinen Brief in Händen hatte, rief ich bei Herrn Lang an und teilte ihm mit, dass bei mir noch kein vom OB unterschriebener Brief eingegangen sei. Daraufhin erhielt ich von Herrn Lang am 28.1.per e-mail die von der Verwaltung erarbeitete Fassung. Der offizielle Ant-wort- Brief des OB ist bis zum 2. 2. 2011 bei mir noch nicht eingegangen.

 

Herr Lang schreibt in seinem Entwurf für den OB- Brief an mich u.a.:

Ich darf vorausschicken, dass der aktuelle Verfahrensstand Aussagen zu den von Ihnen aufgeworfenen Themen nicht zulässt, nachdem es gegenüber der Seilbahn-Studie aus dem Jahre 2002 keine neueren Überlegungen, Konzepte oder gar Planungen gibt.

Ich denke es macht damit auch keinen Sinn, Ihren Fragenkatalog jetzt zur Beratung in eines der genannten Gremien zu geben.

 

Im Gegensatz zur Verwaltung bin ich der Auffassung, dass die Verwaltung sehr wohl zumindest meine Fragen 11 – 14, die rein die Stadt betreffen und nicht vom Investor beantwortet werden können, beantworten hätte können.

Inzwischen hatte der Stadtrat für seine Plenumssitzung am 7. 2. 2011 eine Be-schlussvorlage erhalten, mit der sich der Stadtrat für die grundsätzlichen Genehmigung zur Errichtung einer Seilbahn aussprechen soll.

Der Wortlaut des Beschlusses:

Das Stadtratsplenum spricht sich grundsätzlich für die Errichtung einer Seilbahn von der Altstadt in Passau zur Veste Oberhaus aus. Die Verwaltung wird beauftragt

die Konkretisierung des Vorhabens durch den Investor bis zu einer genehmigungsfähigen Planung zu begleiten und zu unterstützen.“

Das war mir Anlass, in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Vekehr am 1.2. 2011 auf folgende Tatsachen hinzuweisen:

Es war noch nie der Fall, dass eine Angelegenheit von solcher Tragweite dem Plenum sofort zur Beschlussfassung vorgelegt worden wird.

Der selbstverständliche Weg, eine Entscheidung des Plenums durch Information und Diskussion in den betroffenen Fachausschüssen vorzubereiten, wurde erstmals nicht eingehalten. Warum soll der Stadtrat sein grundsätzliches Placet zu einem Vor-haben geben, das sämtliche Fachstellen als nicht machbar ablehnen, ohne vor-herige nähere und genauere Information und Diskussion erhalten zu haben ?

Wir wissen auch, dass es sehr schwer ist, von einer Voraus- Grundsatzgenehmigung wieder herunter zu kommen.

Seit der Plenumssitzung vom 4.10. 2010 ist über das Seilbahnprojekt in keiner Sitzung irgendeines Ausschusses informiert und diskutiert worden.

Das Mindeste wäre gewesen, dass man alle Fraktionen über die jeweilige Stellung-nahme der anderen Fraktionen schriftlich informiert hätte und man Gelegenheit gehabt hätte, abweichenden Standpunkte zu begründen und zu klären und die Politik wie die Öffentlichkeit eine Vorstellung und ein Verständnis von der weitreichenden Proble-matik des Vorhabens bekommen hätte. Hat man befürchtet, dass Gegner der Seilbahn mit guten Argumenten noch den einen oder anderen unschlüssigen Kollegen aus der Befürworter- Phalanx brechen könnten?

Ebenso bedauerlich ist, dass ich auf meine Fragen keine Antwort erhielt mit der Begründung, dass man sich nicht im Stande sehe, sie zu beantworten, weil man selber noch nichts wisse. Man kann und will also keine einzige meiner Fragen beantworten,

aber am 7.2. sollen wir sagen: Ja, ihr könnt dem Investor schon mal sagen, dass wir nichts gegen die Errichtung einer Seilbahn haben und ihm so gut wie möglich zu einer bezahlbaren Seilbahn, die auch einen „Mehrwert“ für die Stadt hat, verhelfen

Die Einzelheiten klären wir dann, wenn wir den Beschluss haben und den kriegen wir ja, weil wir bereits eine große Mehrheit für einen solchen Beschluss haben.

 

Die Strategie ist allzu leicht zu durchschauen, weil sie so offensichtlich ist. Man hoffte, dass man ohne differenzierende Informations- und Diskussionprozess ohne große Reibungsverluste möglichst rasch einen für den Investor positiven Grundsatzbeschluss herbeiführen zu können. Man darf neugierig sein, was die Fachstellen, die Bürger und die Öffentlichkeit zu einem solchen Vorgehen der Verwaltung und des OB und der zustimmenden Fraktionen sagen werden, falls sie über dieses dreiste Verfahren informiert werden.

Dieses Vorgehen ist ein Vertrauen zerstörender Bruch, mit dem bisher von OB Jürgen Dupper so erfreulicherweise propagierten und praktizierten Prinzip der bestmöglichen Information und Vorbereitung einer ergebnisoffenen Entscheidungsfindung unter Einbeziehung der Bürger.

Mit ist nach wie vor schleierhaft, wie sich Teile des Stadtrates in einem Hauruck- Verfahren so kaltschnäuzig über die wohlbegründete 100 Prozent- Ablehnung der Stadtplanung, des Naturschutzes, der Stadtheimatpflegerin, des Generalkonservators und des Gestaltungsbeirates hinwegsetzen wollen. Dies bedeutet nicht nur eine schwere Brüskierung dieser Gremien, sondern hat auch beim Bau der Seilbahn gravierende Folgen nicht nur für das schützenswert hohe Gut des Stadtbildes. Denn es wird viel Unfriede in die Stadt bringen.

Wie will man außerdem bei einer Bewerbung um das UNESCO- Welterbe- Prädi-kat erfolgreich sein, wenn uns am 4.10. 2010 der Landeskonservator Prof. Dr. Greipl gesagt hat, dass eine Seilbahn im Altstadtbereich prädikatsschädlich ist? Die Mithilfe beim Bau einer solchen Seilbahn macht doch gleichzeitig die Arbeit unserer Bewerb-ungskommission zu einem Himmelfahrtskommando.

In der Begründung der Beschlussvorlage für das Plenum vom 7.2. heißt es:

Ziel muss es dabei sein, eine Lösung zu finden, die das einmalige Bild der Passauer

Altstadt nicht beeinträchtigt, sondern verträglich und abgestimmt, die bezahlbar ist und einen echten Mehrwert für die Stadt Passau bedeutet.“

 

Wenn man Gelegenheit und Zeit gehabt hätte, dann hätte man den Stadträtinnen und Stadträten einmal aufklären können, was ein Stadtbild ist und warum beispielsweise Städte wie Heidelberg oder Eisenach ihr Stadtbild nicht durch eine frei schwebende Seilbahn zerstört haben.

Dann hätte man auch fragen können, nach welchen Kriterien die Stadtverwaltung

die Genehmigungsfähigkeit beurteilen will. Manche Befürworter schränken ihre Zustimmung mit dem Kriterium „Die Seilbahn muss stadtbildverträglich sein“ ein.

In der Beschlussvorlage wird mit der Aussage auch Unmögliches verlangt, wenn man fordert:

Ziel muss es dabei sein, eine Lösung zu finden, die das einmalige Bild der Passauer Altstadt nicht beeinträchtigt, sondern verträglich und abgestimmt, die bezahlbar ist und einen echten Mehrwert für die Stadt Passau bedeutet.“

Doch in dem vom Investor angestrebten Errichtungsbereich der donauseitigen Altstadt zwischen Schlosserstiege und Rathausplatz kann man halt keine „stadtbildverträg-liche“ Seilbahn errichten, wie uns die Stadtplanung, der Denkmalschutz, die Stadtheimatpflege und der Gestaltungsbeirat klipp und klar gesagt haben.

Seit wann müssen wir uns in unseren Entscheidungen um die „Bezahlbarkeit“ eines Investorenprojektes kümmern? Haben wir uns nicht ausschließlich von den Allgemein-interessen der Stadt leiten zu lassen?

Was stellt sich die Verwaltung unter der Redensart / Worthülse „Mehrwert“ vor?

Ist man sich sicher, dass eine Seilbahn nennenswert mehr Kaufkraft und damit Steuereinnahmen in die Stadt bringen wird? Es ist doch sehr fraglich, ob ein bisschen „Mehrwert“ die ohne Zweifel sich ergebenden Nachteile und Belastungen für die größere Zahl der Bürger sowie den „Würdeverlust“ (Stadtheimatpflegerin) des Stadtbildes, auf das jeder Bürger Passaus so stolz ist, kompensieren können. Das sollten wir uns alle mehr als drei Mal überlegen.

Um sich nicht den Vorwurf machen zu müssen, dem Investor einen „Blankoscheck“

zur Errichtung einer Seilbahn ausgestellt zu haben, muss der bisherige Beschlussvorschlag für den 7. 2. mit seinem Genehmigungsversprechen zurückgenommen werden und kann nur lauten:

Der Stadtrat beauftragt die Verwaltung, von den Investoren möglichst umfassende Informationen über ihr Projekt zur Errichtung einer Seilbahn in der donauseitigen Altstadt einzuholen. Nach Vorlage dieser Informationen werden sich die zuständigen Fachausschüsse mit dem Projekt unter Anhörung aller Fachstellen- Vertreter mit dem

Projekt beschäftigen und eine Entscheidung herbeiführen.“

 

Alois Feuerer / 2.2. 2011

 

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FWG- Fraktion / 4.2. 2011

Alois Feuerer

An den

Oberbürgermeister der Stadt Passau

Herrn Jürgen Dupper

Rathaus

94032 Passau

 

Abänderungsantrag zu dem von der Verwaltung für das Plenum vom 7. 2. 2011 vorgelegten Antrag „Seilbahn von der Altstadt in Passau zur Veste Oberhaus“

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister!

Die FWG- Fraktion bittet, dem Plenum am 7. 2. 2011 zu oben genannten Antrag

folgenden Änderungsantrag zum Beschluss vorzulegen:

 

  1. Der Punkt 1 wird gestrichen:

Das Stadtratsplenum spricht sich grundsätzlich für die Errichtung einer Seilbahn von der Altstadt in Passau zur Veste Oberhaus aus.

 

  1. Der bisherige Passus:

Die Verwaltung wird beauftragt die Konkretisierung des Vorhabens durch den Investor bis zu einer genehmigungsfähigen Planung zu begleiten und zu unterstützen.“

 

wird folgendermaßen geändert:

 

Die Verwaltung wird beauftragt, das Vorhaben des Investors zu unter-stützen und von diesem Informationen zu dessen Konkretisierung einzuholen.

Dabei soll das Untersuchungsgebiet nicht nur auf die Lösung

Seilbahn von der Altstadt in Passau zur Veste Oberhaus“,

sondern auch auf die Lösung „Zahradbahn/ Lift (oder dergleichen) zum Georgsberg und zur Veste Oberhaus“ erweitert werden.

 

  1. Nach Vorlage der gesammelten Erkenntnisse und Informationen werden die alternativen Lösungsvorschläge den zuständigen Ausschüssen zur Information und Diskussion vorgelegt.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

Alois Feuerer

 

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Der Wert des Passauer Stadtbildes muss erhalten bleiben

Die Stadt Passau hat aufgrund ihrer Lagegunst und ihrer fürstbischöflichen Geschichte ein besonders unverwechselbares „Stadtbild“, das heißt ein nur ihr eigenes Erscheinungsbild von bebauter Landschaft. Denn hier am und vor dem Zusammenfluss der Flüsse spielen Landschaft und Bebauung besonders wirkungsvoll zusammen, so dass es nur verständlich ist, wenn weit in der Welt herumgekommene Besucher Passaus, die sensibel und mit aesthetischer Erfahrung ausgestattet sind, immer wieder die besondere Schönheit der Stadt Passau an den drei Flüssen gerühmt haben.

Überzeugender als die unbelegte Ruhmrede des Weltreisenden Alexander Humboldt, der 1792 Passau besuchte und Passau angeblich zu den sieben schönsten Städten der Welt gezählt haben soll, ist dabei das Loblied, das der einheimische und in Passau als Arzt wirkende Hans Carossa in seinem Roman „Der Tag des jungen Arztes“ (1955) auf seine Heimatstadt gesungen hat, wenn er schreibt:

Jedenfalls ist Passau mit seiner Umgebung seit Jahrhunderten eines der wunderbarsten, merkwürdigsten Stadt- und Landschaftsbilder Deutschlands gewesen und wird es vermutlich immer bleiben. Wer zum ersten Male vom Mariahilfberg oder von der Burg Oberhaus über die Stadt hinsieht, wird vor der Schönheit und Kühnheit ihrer Lage fast erschrecken, und es ist begreiflich, daß die verschiedenartigsten Geister sich von ihr angezogen fühlen.“

Wir müssen aber nicht so weit zurückgehen, um das Lob dieses Stadtbildes zu hören.

Wir brauchen nur die Stellungnahmen der Fachstellen der Stadtplanung, der Stadtgestaltung, des Denkmalschutzes u.ä. zu lesen, dann hören wir unisono „Stadtbild von europäischem Rang“.

Wie dem nun auch sei, auch heute liebt jeder Bürger Passaus seine von der Lage begünstigte Stadt mit dr historischen Bebauung überwiegend aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die als Stadtkrone den Dom und die unverwechselbar dicht und geschlossen gebauten Straßen und Gassen in der Altstadt mit ihren eindrucksvollen Fassaden, hauptsächlich im Barockstil, hervorgebracht hat.

Doch solche Städte mit solcher Bebauung existieren auch anderswo. In Passau jedoch wird das auf einem schmalen Sporn mit aufgewölbten Rücken gebaute Gesamtensemble auf der einen Seite von dem jähen, grün gebliebenen Steilabbruch der Donauleite, der von der Feste Oberhaus gekrönt wird und zum Wasser nochmals eine Dominante in der Erhebung der Burg Niederhaus erfährt, gekontert.

Durch diese Synthese von Stadt-, Berg- und Flusslandschaft strömt die alte europäische Verbindungsader der Donau in ihrem Stein- und Betonmauern gefassten Kanal, während sich am anderen Ufer die Altstadtbebauung homogen und rhythmisch bewegt zum Domhügel hinauf staffelt. Für den donauabwärts wie donauaufwärts kommenden Besucher fügen sich all diese Elemente und Komponenten zu einem eindrucksvollen, harmonisch wahrgenommenen Gesamtbild, mit den Türmen der St. Paulskirche, des Doms, des Rathauses und der Kirche von St. Gisela. Deutlich wird dabei die Donau als elementare Komponente der ganzen Situation wahrgenommen. Die Doppel- Parabel der Tragseile der Luitpoldbrücke wird dabei nicht als Störung, vielmehr als verbindende Akzentuierung der Oberhauserleite mit der zum Zusammenfluss der drei Flüsse sich verjüngenden Altstadt empfunden, weil der stadtseitige Pylon und die Seile ruhig als statische Vertikale wirken.

Anders wäre dies, wenn die vier Trag- und Zugseile einer Seilbahn die Donau queren würden. Sie können nicht als Schmuck des kostbaren donauseitigen Stadt-bildes gesehen und empfunden werden, denn an ihren Seilen hängen Gondeln, die sowohl in der Bewegung wie auch im hängenden Ruhezustand über dem Fluss wie vor der jetzt unbebauten und als Naturkulisse wirkenden Oberhausleite als schmerzhafte optische Störung der harmonisch geprägten Gesamtsituation in der Höhe wahrgenommen werden. Selbst in der touristischen Winterpause wird die Seilbahn permanent als aesthetisches Ärgernis und als Narbe im schönen Donaugesicht und Würde- Raum der Stadt erlebt werden.

In der Abwägung der Interessen, - hier Spekulation auf einen kommerziellen „Mehrwert“, und da die Bewahrung eines kostbaren, einmaligen und unverwechselbaren Stadtbildes auf der Donauseite mit seinem würdevollen Zusammenspiel von epigenetisch geborener Landschaft mit dem mitten in einer Stadt so kaum wo zu sehenden Steilabfall der baumbewachsenen Leite und der Stadt mit der dichten, vielfältig komponiertren Altstadtarchitektur mit ihren Hauskuben und den Krönungen durch die Türme und der Sankt Stephanusdom - , gibt es nur die Entscheidung für die Wahrung dieses Wertes. Zwischen, über und vor diesen Schönheitselementen das Perpetuum Mobile einer Seilbahn zu schaffen, gleicht für Menschen mit einem natürlichen Gefühl für den Wert geschenkter, erarbeiteter und überlassener Schönheit einem Frevel.

Deshalb wären die Stadträte und Bürger Passaus gut beraten, wenn sie dem Bau und der Zumutung einer Seilbahn, die nur unerheblichen wirtschaftlichen „Mehrwert“ bringen wird, eine Absage erteilen würden. Mit einer solchen Ablehnung würden sie ihrer Stadt und speziell einem bedeutenden Fundament ihres Bürgerstolzes auf die Schönheit der Stadt einen großen Dienst leisten.

Der wirklich auf seine Stadt stolze Passauer wird also wissen, wofür er sich bei einer Abstimmung zu entscheiden hat: Keine Opferung und Verletzung des großartigen, würdevollen Stadtbildes um fragwürdiger, gar nicht garantierter kommerzieller Vorteile wegen!

Wenn wir „Stadtbild“ sagen, ist das der Ausdruck für das „Gesicht“ oder (mit dem altehrwürdigen Ausdruck) „Antlitz“ einer Stadt, der Stadt in ihrer Wirkung auf Menschen. Fast alle Bürger Passaus sind, mehr oder weniger bewusst, stolz auf das Bild ihrer Stadt. Es gehört zum Bewusstsein: „Ich lebe in einer wirklich einmalig schönen Stadt. Das ist ein Teil von mir selbst.“, macht also Teil der Identität der
“Passauerin und des Passauers“ ist. Städte wie Heidelberg, wo schon vor langer Zeit auch eine frei schwebende Seilbahn, in der Diskussion war, oder Eisenach, wo über der

Stadt die viel besuchte Wartburg (UNESCO- Weltkulturerbe) steht und wo man statt einer weithin sichtbaren Seilbahn eine weniger störende Zahnradbahn gebaut hat, haben das gewusst und beachtet.

Angesichts eines schönen Stadtbildes intensiviert sich der Wahrnehmungsvorgang zum Erlebnis von Stimmung. Mit den hart einschneidenden Seilen und den Bewegungen der Seilbahngondeln kann die Aura des Passauer Stadtbildes auf der Donauseite nicht mehr zur Wirkung kommen. Beim Niederblick auf die Stadt ist kein Tagtraum mehr mehr möglich. Das Gefühl der Beruhigung und Harmonie, oder gar Beseligung, das Erlebnis der Schönheit und Erhabenheit wird sich nicht mehr so leicht und intensiv erlebt einstellen.

Hören wir nachmals auf Carossas Worte:

Jedenfalls ist Passau mit seiner Umgebung seit Jahrhunderten eines der wunderbarsten, merkwürdigsten Stadt- und Landschaftsbilder Deutschlands gewesen und wird es vermutlich immer bleiben. Wer zum ersten Male vom Mariahilfberg oder von der Burg Oberhaus über die Stadt hinsieht, wird vor der Schönheit und Kühnheit ihrer Lage fast erschrecken…“ Warum keine Aufstiegshilfe auf der Ilzer Seite?

 

Vielleicht ist die Zahl der Menschen in Deutschland wie außerhalb heute noch nicht so sehr groß, welche vorauszusehen vermögen, als welch vitaler Verlust, als welch trauriger Krankheitsherd sich die Zerstörung der historischen Stätten erweisen wird

Es ist damit nicht nur eine Menge hoher Werte an Tradition, an Schönheit, an Objekten der Liebe und Pietät zerstört: Es ist auch die Seelenwelt dieser Nachkommen einer Substanz beraubt, ohne welche der Mensch zwar zur Not leben, aber nur ein hundertfach beschnittenes, verkümmertes Leben führen kann.“

Hermann Hesse

 

Kann es in Passau eine stadtbildverträgliche Seilbahn geben?

Eine Seilbahn, die mit einer Talstation von der Altstadt aus über die Donau zum Haus der Jugend führt, kann nicht stadtbildverträglich sein.

Denn der hoch dimensionierte Bau der Talstation wie die die Donau querenden Trage- und Zugseile zerschneiden den Sichtraum über der Donau, vor dem Altstadt- Panorama

und dem Naturdenkmal der Oberhauser-Leite. Dies gilt für jede Seilbahn, unabhängig von der Größe und Zahl ihrer Gondeln.

 

Bringt die Seilbahn der Gastronomie und dem Einzelhandel erhebliche wirtschaftliche Vorteile?

Verhilft eine Seilbahn dem Oberhaus- Museum zur Steigerung der Besucherzahl und damit der Einnahmen?

Das Zeitbudget der Tagestouristen ist begrenzt. Falls diese die Seilbahn zum Erlebnis des Stadtblickes während der Fahrt und von der Aussichtsterrasse aus nutzen wollen,

bleibt keine Zeit mehr für einen Museumsbesuch mit einem Zeitaufwand von minimal zwei Stunden.

 

Alois Feuerer / 3.2. 2011