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Ausstieg aus der Kernernergie

Der Ausstieg aus der Kernenergie ist unabwendbar: Sie bedroht die Existenz der Menschheit.

Über Folgendes muss man sich aber im Klarem sein.

  1. Die Bedrohung nimmt auch bei einem Ausstieg aus der Kernenergie kaum ab. Für den Atommüll in den bestehenden Zwischenlägern und für die Brennkammern aus den abzubauenden Atommeilern gibt es kein Endlager, welches, sollte es wirklich einmal gebaut werden, dann als unkalkulierbare Zeitbombe für zig-Tausende von Jahren ticken wird. Außerdem sind wir von Nachbarn umgeben, die voll auf Kernkraft gesetzt haben und noch setzen und gar nicht aussteigen können.

  2. Beides zugleich, den Ausstieg aus Kernenergie und aus der Stromerzeugung mit Kohle gibt es nicht. Das würde das Stromnetz zum Zusammenbruch bringen. Der kurzfristige Ausstieg aus der Kernenergie bedeutet zunächst die volle Auslastung der bestehenden Kohlekraftwerke und den Zubau neuer, effizienterer Kohlekraftwerke. Damit verbunden ist allerdings ein enormer Anstieg der klimaschädlichen CO2-Emissionen. Die Entscheidung der SWP für das Kohlekraftwerk Brunsbüttel ist somit unter dem Aspekt des kurzfristigen Ausstiegs aus der Kernenergie richtig gewesen.

  3. Den energischen Ausbau der Erneuerbaren Energien gibt es nicht zum ökologischen Nulltarif. Windräder, Photovoltaikanlagen, Hochspannungsleitungen in der Landschaft und Maismonokulturen müssen akzeptiert werden. Vor allem müssen Stromspeicherkapazitäten geschaffen werden, sonst müssten bei Windflaute und fehlender Sonne die Kohlekraftwerke wieder eingeschaltet werden. Der Widerstand gegen das Pumpspeicherkraftwerk Jochenstein/Riedl und weiterer Speicheranlagen muss aufgegeben werden.

  4. Das alles wird dennoch nicht reichen, den Strombedarf zu decken, wenn nicht Strom gespart wird und die Effizienz des bestehenden Maschinenparks erhöht wird.

 

Den notwendigen Ausstieg aus der Kernenergie gibt es nicht zum Nulltarif

Fukushima hat endgültig allen klar gemacht: Die Kernenergie ist unverantwortbar. Sie bedroht die Existenz der Menschheit.

Der schnellstmögliche Ausstieg muss sofort in Angriff genommen werden, auch wenn selbst darnach die Bedrohung kaum kleiner geworden ist.

Denn zum einem müssen nach Abschaltung eines Atommeilers die Brennstäbe noch 10 Jahre lang gekühlt werden, liegen dann in Zwischenlagern ungeschützt herum, da es noch keine Regierung auf der ganzen Welt geschafft hat, ein Endlager zu bauen, wo die Brennstäbe dann, wenn überhaupt je ein Endlager gebaut wird, als unkalkulierbare Zeitbombe über zig-Tausende von Jahren liegen. Außerdem müssen die alten Atomanlagen in jahrzehntelanger Arbeit abgebaut und die Brennkammern in ein Endlager verbracht werden.

Zum anderen sind wir von Nachbarn, die für ihre Stromerzeugung auf Kernenergie gesetzt haben und es noch immer tun, umzingelt.

Deutschland mit einem Anteil von 22,4% Atomstrom (Frankreich 78%!) hat somit die Chance, schon bis 2020 aus der Atomenergie auszusteigen.

Allerdings bedeutet dies, dass sämtliche Stromerzeugungskapazitäten der bestehenden und neu zu errichtenden Stein-, Braun- und Gaskraftwerke genützt werden müssen. Die klimaschädlichen CO2-Emissionen werden daher enorm ansteigen und damit verbunden die Kosten für die notwendigen CO2-Zertifikate. Stephan Kohler, Geschäftsführer der Deutschen Strom-Agentur (dena), hat in einem Interview mit der PNP vom 22.03.2011 angegeben, dass bis 2020 eine zusätzliche Leistung von 12.000 Megawatt aus Erdgas- und Kohlekraftwerken aufgebaut werden müssen, um die Stromversorgung sicher zu machen. Das heißt, dass, kommt es zu einen Ausstieg aus der Kernenergie bis 2020, die Entscheidung der SWP, sich am Bau des Steinkohlekraftwerks Brunsbüttel zu beteiligen, nur unter dem Aspekt der Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke falsch war, sich aber jetzt wieder als richtig erweist.

Die von Strom-Experten des Bundesumweltministeriums aufgestellten Szenarien gehen davon aus, dass unter bestmöglicher Förderung im Jahre 2020 40% des Strombedarfs in Deutschland aus Erneuerbaren Energien gedeckt werden können. Der Rest muss durch Kohle und Gas erzeugt werden. Der unumgängliche Ausstieg aus der Kernenergie bedeutet also auch, dass ein Großteil des Stroms in einer Übergangszeit bis 2050 von den „Dreckschleudern“ Kohlekraftwerken erzeugt werden wird. Beides zugleich, Ausstieg aus der Kernenergie und aus der Stromerzeugung aus Kohle, ist bis zum Jahr 2050 nicht möglich. Es ist in der Tat zu überlegen, ob die CO2-Abscheidung und die Verklappung in aufgelassenen Kohlengruben unter den gegebenen Umständen nicht ein Risiko ist, das man eingehen muss, um das Klima zu schützen.

Bis 2050 halten Experten es für möglich, den Strombedarf Deutschlands völlig aus Erneuerbaren Energien zu decken. Das bedeutet aber, dass als Vorbedingung große Stromspeicher und 3.500 km Höchstspannungsleitungen (S. Kohler von dena schätzt sogar 4.500 km) gebaut werden müssen.

Der Umstieg auf Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien ist nicht zum ökologischen Nulltarif zu haben.

Windräder und Strommasten werden in der Landschaft zu erdulden sein. Pumpspeicherkraftwerke (PSKW), Anlagen zur Herstellung von Methan und Wasserstoff mit Strom aus Erneuerbaren Energien müssen in die Landschaft gestellt werden, um dann Strom liefern zu können, wenn kein Wind bläst und die Sonne nicht scheint. Wer Pumpspeicherkraftwerke ablehnt, wird hinnehmen müssen, dass die Biodiversität durch Maismonokulturen, die zur Belieferung der Biogasanlagen nötig sind, abnimmt. Dieser Ausbau muss mit Stromsparen und eine Effizienzsteigerung aller elektrisch betriebenen Maschinen begleitet werden. Die von den Experten entworfenen Szenarien rechnen auch damit, dass im Jahre 2050 die Bevölkerung Deutschlands um 1,8 Mio. Personen abgenommen hat.

Wie enorm groß die zu schaffenden Stromspeicherkapazitäten sind, lässt sich am Beispiel des geplanten PSKWs Jochenstein/Riedl darstellen. Um den Strombedarf Deutschlands nur für einen Tag zu decken, bedarf es 388 PSKWe von der Größe Jochenstein/Riedls. (Rechnung unten!)

Es muss Schluss sein mit der Ablehnung des Baus von PSKWen wie Jochenstein/Riedl, weil diese PSKWe „Atombatterien“ seien. Es gibt außerdem im gebirgsarmen Deutschland auch kaum alternative Standorte. Wenn der Bau von Jochenstein/Riedl und weiterer Stromspeicher nicht jetzt in Angriff genommen wird, kann überschüssiger Solar- und Windstrom nicht gespeichert werden. Infolgedessen müssen dann bei fehlendem Wind und Sonne Gas- und Kohlekraftwerke eingeschaltet werden. Ohnehin ist es unmöglich, Hunderte von PSKWen in D. zu bauen. Deshalb wird eine Zusammenarbeit mit Norwegen, dessen zahlreiche Speicherkraftwerke in PSKWe ausgebaut werden könnten, anzustreben sein.

Das PSKW Jochenstein/Riedl wird auch mit dem Argument abgelehnt, dass es das Vorkommen der Smaragdeidechsen und Äskulapnattern in diesem hochwertigen Naturschutzgebiet gefährden würde. Jedoch, eine wiederbelebte Bahn, die über die Lieblingsaufenthaltsorte der Smaragdeidechsen und Äskulapnattern, nämlich die Sonnenterrassen des ungenutzten Bahndamms, rumpelt, nimmt der Naturschutz erstaunlicherweise ohne Protest hin. Smaragdeidechsen und Äskulapnattern werden beides überleben. Der Hinweis, die von den Generatoren und Pumpen erzeugten Vibrationen, die für den Menschen nicht spürbar seien, würden die empfindlichen Echesen und Nattern sehr wohl stören, überzeugt nicht. Durch entsprechende Lagerung können solche Vibrationen vermieden werden.

 

Die Verantwortung für zukünftige Generationen gebietet den Ausstieg aus der Kernenergie und gleichzeitig den energischen Einstieg in den Ausbau der Erneuerbaren Energien sowie in die Erforschung von Speichertechnologien und die Bereitstellung von Stromspeicherkapazitäten. Außerdem ist die Entwicklung deutlich energieeffizienterer Technologien im Anwenderbereich notwendig.

 

 

K. Schürzinger, 26.03. 2011

 

 

 

 

Errechnung der Anzahl der PSKWe von der Größe des PSKWs Jochenstein/Riedl nötig zur Deckung des deutschen Strombedarf an einem Tag

Bruttostromerzeugung (Stromproduktion inklusive Eigenverbrauchder Kraftwerke) in D pro Jahr 600 TWh

Nötige Speicherkapazität für 1 Tag

Bruttostromerzeugung                                                              600 TWh

abzüglich

Eigenverbrauch der Kraftwerke (=Nettostromerzeugnis)                -35 TWh

Stromerzeugung aus Wasser, PV, Wind, Biogas, Müll, Holz           -69,49 TWh

__________

495,51 TWh

Nötige Speicherkapazität pro Tag (495,51 : 365)                      1,35 TWh

 

Speicherkapazität des PSKWS Jochenstein/Riedl

Leistung 300 MW

Nutzinhalt des Wasserspeichers 4,24 Mio m³

Durchfluss pro Sekunde 100.000 Liter

Mögliche Dauer der Stromproduktion pro Nutzinhalt

des Wasserspeichers

4,24 Mio m³ . 1.000 Liter : 100.000 l/sec = 42.400 Sekunden

= 11,778 Std

 

Speicherkapazität Jochenstein/Riedl:

300 MW mal 11,778 Std                                     = 3,5334 GWh

 

Anzahl der benötigten PSKWe von der Größe Jochenstein/Riedl

zu Abdeckung des Strombedarfs Deutschlands für 1 Tag

1358 GWh : 3,5 GWh = 388

 

Um den Durchschnittstagesstrombedarf in D für einen Tag nur aus

PSKWen der Größe Jochenstein/Riedl zu decken, sind 388 solcher

PSKWe nötig.