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Seilbahn

Was spricht für eine Seilbahn auf den Georgsberg?

Was dagegen?

Und wie entscheidet sich die FWG?

Wie erreicht man höhere Besucherzahlen auf Oberhaus auch ohne Seilbahn?

Was hat Hans Carossa zum Stadtbild Passaus geschrieben?

 

Das Seilbahnprojekt geistert schon seit gut hundert Jahren in den Köpfen der Passauer herum. Die Nationalsozialisten hätten sie beinahe verwirklicht. Erst viel später, kurz nach der Jahrtausendwende im Jahr 2002, schien die Geburt der Seilbahn wieder kurz bevor zustehen: Unter der Führung der Stadtwerke Passau waren bereits Standort, Statik und Finanzierung der Investition und des Betriebs durchgeplant, als dennoch die Initiatoren nach einer negativen Stellungnahme des Bayerischen Landesamtes für Denkmalschutz zurückzogen.

Jetzt wollen die Initiatoren, bevor sie die Planungen für eine Seilbahn wieder angehen wollen, von der Stadt wissen, ob sie die Seilbahn nun will oder nicht.

 

Was spricht für die Seilbahn?

 

  • Sie wäre mit ihrem atemberaubenden Panoramablick, der sich aus ihren Gondeln auf die Stadt bietet, eine touristische Attraktion.

  • Sie eröffnet der Altstadt und der Veste Oberhaus mit seinem Museum neue Besuchergruppen.

  • Sie ermöglicht dem Oberhauscafé, das in unmittelbarer Nähe des viel besuchten Aussichtspunktes auf die Stadt zur Ruine verkommt, die Chance der Wiederbelebung.

 

Was spricht gegen die Seilbahn?

 

  • Sie beeinträchtigt in erheblichem Maße das Stadtbild durch die Seile und Gondeln über der Donau und durch die notwendige Ausholzung einer Schneise in der Passau das Stadtbild so sehr prägenden, fast senkrecht zur Donau abfallenden Leite des Georgsbergs, die durch die Jahreszeiten mit ihrem Farbwechsel alle Bewohner und Besucher erfreut.

  • Die Talstation lässt sich als drei stöckiges, technisches Bauwerk nicht in das historische Häuser-Ensemble an der Schlosserstiege einfügen. Weder lassen sich Abstandsflächen zu den benachbarten Häusern einhalten, noch kann dem Rücksichtsgebot auf die Interessen der unmittelbaren Nachbarn entsprochen werden.

  • Die zur Erreichung der Bergstation notwendigen Straßen(verbreiterungen) und Parkplätze stören / zerstören die Erholungsqualität des Landschaftsschutzgebietes zwischen dem Sportplatz, Bergfried und Stadtberg, zumal die Bergstation auch noch cirka 400 Meter von der Veste Oberhaus entfernt ist.

  • Die Finanzierung des Baus der Seilbahn ist nicht gesichert, da zwar ein Initiator, aber kein Investor vorhanden ist. Es besteht außerdem die Gefahr, dass ein defizitärer Betrieb den Stadtwerken Passau aufgebürdet wird.

  • Die Seilbahn erschwert, oder verhindert sogar, die erstrebte Auszeichnung der Altstadt als UNESCO-Weltkulturerbe.

  • Die Attraktivität des Panoramablicks aus der Seilbahngondel auf die Stadt ist wegen der Kürze der Fahrt und besonders bei voller Besetzung der Gondel wegen des dann unmöglichen Rundblicks begrenzt.

  • Der Bau der Seilbahn könnte sich als touristischer Bumerang erweisen, falls die Presse sie als warnendes Beispiel dafür aufgreift, wie eine Stadt durch touristische „Highlights“ sich schaden kann.

 

 

 

Wie entscheidet sich die FWG?

 

Sagen wir es mit dem Bild, das Stadtrat A. Feuerer geprägt hat: Die Seile über der Donau und die Schneise in die Donauleite zerschneiden das Gesicht der historischen Altstadt wie der Schnitt einer Rasierklinge die Wange einer schönen Frau.

Die FWG ist mit dem Landesamt für Denkmalpflege, dem Gestaltungsbeirat der Stadt Passau und dem Forum Passau überzeugt, dass die Seilbahn einen gravierenden, nicht wieder gut zu machender Eingriff in das historische Stadtbild bedeutet und somit dem Tourismus letztendlich mehr schadet als hilft. Denn die Fremden kommen wegen des noch intakten Stadtbildes unserer Altstadt nach Passau und nicht wegen der Seilbahn. Die Auszeichnung als UNESCO-Weltkulturerbe wäre eine weitaus größere und beständigere touristische Attraktion als eine Seilbahn.

 

 

Wie erreicht man höhere Besucherzahlen auf Oberhaus auch ohne Seilbahn?

 

Durch

  • Verstärkte Information der Reise- und Busunternehmen über die leichte Erreichbarkeit von Oberhaus mit Reisebussen

  • Bessere Information über schnelle Erreichbarkeit mit dem Shuttle-Dienst vom Rathausplatz zur Veste Oberhaus

  • Verstärkte Werbung für das Museum Oberhaus in Deutschland und darüber hinaus

  • Verstärkte Anreize für Besucher durch gestalterische Maßnahmen wie die Aufstellung von Bänken, Brotzeitplätzen und Informationstafeln und nicht zuletzt durch Spazierwege im Umfeld der Veste und des Museums Oberhaus (Öffnung des westlichen Burggrabens vor dem oberen Eingangstor, Thingplatz, Aussichtspunkt Sternwarte u.ä.

  • Verstärkte Veranstaltungstätigkeit auf Oberhaus und am Thingplatz, um den Gesamtkomplex besser ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken

 

 

Was hat Hans Carossa zum Stadtbild Passaus geschrieben?

 

Hans Carossa hat dieses Urteil 1955, ein Jahr vor seinem Tod, in dem Roman „Der Tag des jungen Arztes“ veröffentlicht:

 

Von geschichtlichen oder politischen Schicksalen der Stadt soll übrigens hier nicht die Rede sein; jedenfalls ist Passau mit seiner Umgebung seit Jahrhunderten eines der wunderbarsten, merkwürdigsten Stadt- und Landschaftsbilder Deutschlands gewesen und wird es vermutlich immer bleiben(?) .

Wer zum ersten Male vom Mariahilfberg oder von der Burg Oberhaus über die Stadt hinsieht, wird vor der Schönheit und Kühnheit ihrer Lage fast erschrecken, und es ist begreiflich, daß die verschiedenartigsten Geister sich von ihr angezogen fühlen.“

 

Hoffen wir, dass er Recht behält!

 

 

 

Klaus Schürzinger / Alois Feuerer / Siegfried Kapfer

17. November 2010

 

Text der Anzeige der FWG-Stadträte in der PNP vom 05.12.2010

 

Nein zu Seilbahn – Es geht auch ohne Seilbahn

 

...jedenfalls ist Passau mit seiner Umgebung seit Jahrhunderten eines der wunderbarsten, merkwürdigsten Stadt- und Landschaftsbilder Deutschlands gewesen und wird es vermutlich immer (?) bleiben (?). Wer zum ersten Male vom Mariahilfberg oder von der Burg Oberhaus über die Stadt hinsieht, wird vor der Schönheit und Kühnheit ihrer Lage fast erschrecken...“

so Hans Carossa 1955 in seinem Erinnerungsbuch „Der Tag des jungen Arztes“

 

Passau besitzt, wie alle Welt weiß, eines der schönsten, unverwechselbarsten und eigen-tümlichsten Stadtbilder Europas. Die Stahltrossen und Gondeln über der Donau vor der Altstadtkulisse wie die freigeholzte Schneise in der Georgsbergleite würden eine schwere Störung der einmaligen Harmonie zwischen der Oberhauser Leite, dem Flusstal und der Altstadtkulisse bewirken.

Die F W G - Stadträte sehen und sagen:

Die Seilbahn zwischen Schlosserstiege und Haus der Jugend auf Oberhaus schneidet mit ihren Zustiegsstationen, Seilen, Gondeln, Masten und ihrer Georgsbergtrasse in das Bild der Stadt, - wo es am schönsten und „am passauischsten“ ist -, genau so brutal und verheerend ein wie der Schnitt eines Rasiermessers in die Wange einer schönen Frau. Wir wollen die Seele unserer Stadt nicht für das Linsengericht einer fragwürdigen und unsicheren Steigerung der Besucherzahlen von Oberhaus verkaufen.

Die FWG ist nicht fortschrittsfeindlich. Wir haben alle Neuerungen der letzten Jahre, auch die Gestaltung der Neuen Mitte, mitgetragen. Doch bei Eingriffen in die Altstadt machen wir nicht mit! Wir sind uns sicher, dass die Mehrheit der informierten und „ihre Stadt“ liebenden Bürger Passaus bei einem Bürgerentscheid dem Verkauf der Stadtseele wegen einer über das ganze Jahr schlecht ausgelasteten, aber das ganze Jahr stark störenden Seilbahn, die möglicherweise den erhofften touristischen Mehrwert gar nicht bringt, eine klare Abfuhr erteilen wird.

Denn dem touristischen Gewerbe und der Zukunft Passaus können wir langfristig mit einem intakten Stadtbild und vielfältigen weichen Werbe- und Fördermaßnahmen mehr und besser dienen.

Alle Fachstellen wie der Denkmal- Natur- und Landschaftsschutz, die Stadtplanung, der Gestaltungsbeirat und nicht zuletzt der Generalkonservator Bayerns sprechen sich gegen eine Seilbahn im Herzen der historischen Stadt Passau aus.

Die Bürger wären deshalb gut beraten, mit dieser Phalanx von Stadtbildschützern, den Befürwortern der Seilbahn bei einem evtl. Bürgerentscheid eine beschämende Absage zu erteilen.

Deshalb NEIN zur Seilbahn!

 

Alois Feuerer, Siegfried Kapfer und Klaus Schürzinger,

Stadträte der F reien W ähler- G emeinschaft Passau / am 4.12. 2010