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Geschichte der FWG Passau

FWG älteste politische Gruppierung in Passau

-Lokalhistoriker Heinz Kellermann referiert über „Parteifreie in Passau“-

(KS.) Trotz Olympia-Abend konnte Stadtrat und FWG-Vorsitzender Siegfried Kapfer zur Mitgliederversammlung im „Peschlkeller“, die unter dem Motto „Die Geschichte der Parteifreien in Passau - Der lange Weg zur Freien Wählergemeinschaft Passau“ stand, eine erfreuliche Zahl von Mitgliedern und Freunden der Passauer Freien Wähler willkommen heißen.

Sein besonderer Gruß galt dabei Heinz Kellermann, der sich auf Anregung von Stadtrat Alois Feuerer der Geschichte der parteifreien Bürger in Passau angenommen und in zahlreichen Stunden das Passauer Stadtarchiv nach entsprechenden Daten und Hinweisen durchforstet hatte.

In der Passauer Zeitung vom 1. August 1866 fand Heinz Kellermann, der sich in seinen umfangreichen Ausführungen vor allem auf die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg beschränkte und sein Referat immer wieder mit äußerst interessanten überregionalen, d.h. bayerischen und deutschen Zusammenhängen ergänzte, folgende Anzeige:

„Passauer Bürger-Verein, Heute Mittwoch Abends 8 Uhr bei Herrn Gastwirt Fenzl im Lokal des Gewerbevereins. Der Ausschuß“

In der Ausgabe 30/1866 des Passauer Amtsblattes konnte dann ermittelt werden, dass der Magistrat in seiner Sitzung vom 27. Juli 1866 die Bildung des Passauer Bürger-Vereins, in dem sich parteifreie Bürger zur aktiven Mitgestaltung des öffentlichen Lebens zusammengefunden hatten, zur Kenntnis genommen hat. Aufgrund seiner intensiven Recherchen und des gesamten gesichteten Materials ist dieser Tag für Heinz Kellermann der „Geburtstag“ der Passauer Freien Wähler!

In der Passauer Zeitung fanden sich dann in der Folgezeit mehrfach Anzeigen über Versammlungen des Bürger-Vereins; wobei auf den abgedruckten Tagesordnungen neben der „Politischen Rundschau“ auch die Themen wie „Wahlvorbesprechung“, „Das alte und das neue römische Recht“ oder „Ein Blick auf Europa aus der Vogelperspektive“ zu finden waren.

1899 hat die Freie Bürger-Vereinigung erstmals an Gemeindewahlen teilgenommen; sich im Jahr 1900 dann als eingetragener Verein konstituiert.

Die interessierten Zuhörer erfuhren, dass sich unter den Vorsitzenden der Freien Bürger-Vereinigung so bekannte Namen wie der Malermeister Joseph List, der Apotheker Paul Egger, Uhrengroßhändler Franz Xaver Rehaber, Bankdirektor Dr. Franz von Craislheim oder Brauereibesitzer Franz Stockbauer fanden!

Nach der Machtübernahme durch die NSDAP wurde der Freien Bürger-Vereinigung mit Beschluss des Amtsgerichts Passau vom 5. März 1935 die Rechtsfähigkeit entzogen. Sie ist bei den Stadtratswahlen 1948 und 1952 als „Liste der Parteilosen“ aufgetreten und wurde 1955 dann wieder gegründet.

 

Im zweiten Teil seines Referats ließ Heinz Kellermann die Gemeindewahlen in Passau bis 1914 und die Stadtratswahlen ab 1919 Revue passieren , wobei er verschiedene Wahlaufrufe aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zum Besten gab, detaillierte Erklärungen zu den einzelnen Wahlvorschlägen darlegte und auch auf die gewählten Mandatsträger einging

Seit 1972 firmiert die erste und bis jetzt garantiert die einzige eindeutige Liste der parteifreien Bürger Passaus unter der Bezeichnung „Freie Wähler-Gemeinschaft Passau“.

Mit einem Büchergutschein bedankte sich FWG-Vorsitzender Siegfried Kapfer bei Heinz Kellermann für seine äußerst interessanten und informativen Ausführungen.