Seiteninterne Navigation

Freie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband Bayern

Navigation

 

Aktuelles

Seiteninhalt

Ökologischer Nutzen der Ilztalbahn

Bürgermeister Baumanns Wette, Bürgermeister Mangolds Retourkutsche und die Wirklichkeit des ökologischen Nutzens der Ilztalbahn

Hätte Bürgermeister Mangold den Artikel "Klimafrevler im leeren Bus" in der Süddeutschen Zeitung vom 9.6.2009 gelesen, hätte er den Aktivisten der Ilztalbahn wegen der Baumann-Wette vielleicht keine gratis Brotzeit mit Freibier gespendet.

Denn er hätte den wie ein religiöses Mantra ewig neu behaupteten ökologischen Nutzen der Bahn nach Freyung als das erkannt, was er in Wirklichkeit ist, eine Schimäre.

Wenn man die in diesem Artikel zitierten Forschungsergebnisse der beiden Professoren der Berkeley Universität von Kalifornien, M. Chester und A. Horvath zur Kenntnis nimmt, erscheint BM Mangolds Schluss, dass es "wirtschaftlich und klimapolitisch sehr kurzsichtig" sei "eine bereits bestehende Bahn-Infrastruktur für einen Radweg herauszureißen" als fehlgeleitete Bahn-Romantik.

 

Um die Umweltschädlichkeit verschiedener Verkehrsarten zu bestimmen, so die beiden Professoren Chester und Horvath, genügt es nicht, den Pkws, Bussen und der Bahn in den Auspuff zu schauen, also nur den Energieverbrauch pro Personenkilometer beim Betrieb, in Betracht zu ziehen, sondern man muss auch den Energieverbrauch in Rechnung stellen, der bei der Herstellung der Fahrzeuge, bei der Bereitstellung der Infrastruktur (beim Zug also Bahnhöfe, Gleisanlagen, Bereitstellung des Antriebselektrizität und des Diesels usw.) und bei der Produktion der benötigten Treibstoffe bzw. Elektrizität anfällt.

Dabei stellt sich heraus, dass bei der Bahn ein Mehr von 155% an Energieverbrauch hinzugerechnet werden muss, beim Individualverkehr und bei den Bussen nur ein Mehr von 63%.

Das ökologischte Personen-Verkehrsmittel ist,  Herstellung Infrastruktur Betrieb und alles mit eingerechnet, mit großem Vorsprung der vollbesetzte Bus. Das ergibt sich sogar, wie viele Untersuchungen beweisen, überhaupt und auch dann, wenn man nur den Betrieb betrachtet.

Wenn die von BM Mangold erwartete Verteuerung der Spritpreise kommt, welche  wirklich  wahrscheinlich ist, und es sich die Berufspendler nicht mehr leisten können, im eigenen Wagen zur Arbeit zu fahren, wäre es also wirtschaftlich und ökologisch nicht zu verantworten auf das Transportmittel Bahn zusetzen, das höhere Kosten und mehr Treibhausgase verursacht als der Bus.

Das Argument, dass der Bus von Freyung nach Passau mit großen Umwegen jedes Dorf anfährt und ewig bis Passau unterwegs sei, lässt sich leicht dadurch entkräften, dass bei entsprechendem Bedarf durch hohe Spritkosten im Individualverkehr eben Schnellbusse mit wenigen Haltestellen und Bummelbusse mit vielen Haltestellen eingesetzt werden können.

Die Bahn jedenfalls, in dem von der Ilztalbahn  finanzierbaren  Ausbauzustand, ist völlig ungeeignet für einen modernen S-Bahn Betrieb. Dazu wären Investitionen von mehr als 10 Millionen EUR notwendig und dem Ilztal müsste durch Ausweitung von Kurvenradien Gewalt angetan werden.

Zudem liegt die Trasse tief im Ilztal, so weit von den Hauptwohngebieten entfernt, dass zeitraubende Zubringerdienste notwendig würden. Zu erwarten, dass eine solch ungünstig gelegene Trasse strukturell in der Lage sein könnte, einen Berufsverkehr für die Region zwischen Passau und Freyung  zu bedienen, ist unrealistisch.

Was die Ilztalbahn AG eventuell erreichen kann, ist der Erhalt eines Industriedenkmals und sonntägliche Nostalgie-Bahnfahrten durch das schöne Ilztal. Auch der Bund Naturschutz, für den das Ilztal stark genug erschlossen ist und der die Natur durch verschmutzende Touristen in Gefahr sieht,  wird deshalb froh sein, wenn die Touristen in den Waggons eingesperrt  und die Radfahrer aus der Natur ausgesperrt bleiben.

Falls BM Baumann seine Wette gewinnt oder auch wenn er sie verliert, sich aber der Tourismusbetrieb ohne Unterstützung der umliegenden Gemeinden als nicht finanzierbar erweist, steigt die Hoffnung, dass irgendwann einmal der Radweg doch noch verwirklicht werden kann.

Er ist wirtschaftlich, ökologisch und touristisch die beste Nutzung der nicht mehr benötigten Bahntrasse.

K. Schürzinger , 10.06.2009