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Arbeitsgruppe Kultur 1

Freie Wähler plädieren für die Berufung eines Kulturbeirates und die Neuorganisation des Kulturreferates

FWG- Kulturteam startet eine Serie von Kultur- Arbeitssitzungen



Bei der ersten Sitzung einer Serie von Workshops, die die FWG zum Thema „Kultur in Passau“ durchführen will, legten die FWG- Mitglieder Jürgen Karl, Vorstandschafts-mitglied jeweils im Verein Europäische Wochen und in der Konzerthaus- Stiftung, sowie Kunstszenekenner Architekt Thomas Vogl, zum Auftakt eine kurze Analyse des Passauer Kulturlebens vor.

Dabei herrschte große Übereinstimmung, dass Passau im Vergleich mit anderen Orten über ein reiches und vielfältiges Kulturangebot verfüge. Dies spiegle sich durchaus auch in der Höhe der von der Stadt für die Kultur zur Verfügung gestellten Haushaltsmittel wider. Dennoch sei eine kontinuierliche Diskussion und Nachtarierung der Zielsetzungen gerade für Passau von außerordentlicher Bedeutung.

Schwachstellen sahen die Referenten in der Struktur der Kulturverwaltung im Passauer Rathaus. Hier sollten Struktur und Organisation des Referats 4 auf den Prüfstand gestellt werden. Denn dort dominiere weithin eine Beharrung auf dem erreichten und zuge-gebenermaßen hohen Niveau, während Eigeninitiative, die Erarbeitung und Beachtung von Konzepten, die Koordinierung und Vernetzung der verschiedenen am Kulturleben beteiligten Instanzen und die Förderung des Diskurses der kulturellen Akteure unter-einander zu kurz komme.


In der fruchtbaren Diskussion, die vom FWG- Vorsitzenden und langjährigen Mitglied des Kulturausschusses, Alois Feuerer, moderiert wurde, wurde es für sinnvoll angesehen, mit einer strukturellen Organisationsänderung die Arbeit des Kulturreferates zu stärken. Dessen derzeitiger Leiter Dr. Max Brunner sei mit der obersten Zuständigkeit für Schulen, Sport, Kultur, Stadtarchiv und Archäologie sowie der Leitung des Oberhausmuseums mehr als ausgelastet. Thomas Vogl monierte, dass derzeit kaum Raum für die eigene Konzeption neuer, auch spartenübergreifender Kulturprojekte sei. Die Kommunikation zwischen der Stadt und dem Landkreis wie auch der Universität sei auf dem Kultursektor stark verbesserungs-würdig. Das FWG- Kulturteam verspricht sich in absehbarer Zukunft durch die Abtrennung des Bereiches für Schulen und Sport, dass im dann kompakteren Kulturreferat erhebliche Ressourcen frei würden, die für eine verstärkte Initiative, Konzeptarbeit, Kommunikation, Moderierung und Koordination des Kulturprozesses genutzt werden könnten. Die Leitung der Abteilung „Schulen und Sport“ müsse nicht die Qualifikation für den höheren Dienst mitbringen.

Stadtrat Klaus Schürzinger erinnerte daran, dass es Zeit sei für eine Prüfung des im Jahre 2006 auf FWG- Initiative vom Stadtrat beschlossenen Kulturellen Entwicklungsplanes 2014. Er vermisst die laufende Berichterstattung über die Einlösung dort vorgegebener Zielsetzungen wie der Errichtung eines Kulturfonds und vor allem der Berufung eines kulturellen Beirates für die Stadt Passau.

Einstimmig waren die FWG- Kulturexperten der Meinung, dass die Berufung eines ehren-amtlich arbeitenden Kulturbeirates einen wesentlichen Beitrag zur Förderung von Kunst und Kultur in der Stadt leisten könnte, wie es das Beispiel der Städte Regensburg und vieler österreichischer Städte zeige. Das ehrenamtlich arbeitende Beratungs- und Em-pfehlungsorgan, das sich nur aus wenigen, jedoch kompetenten Vertretern des Kultur-lebens zusammensetzen soll, soll mit seinen Empfehlungen eine Plattform für einen ständigen Diskurs über die kulturelle Entwicklung der Stadt Passau und die notwendige Anpassung an die Anforderungen einer zeitgemäßen Kulturpolitik sein.

Kinobetreiber Manfred Vesper betonte, dass dabei alle Kulturinhalte, Bevölkerungs- und Altersgruppen der Stadt Passau einbezogen werden müssen. Nichts wäre fataler, als den Kulturbegriff elitär und eng aufzufassen. Unbedingt erforderlich sei die kontinuierliche Reflexion über Geleistetes und Zukünftiges. Ein großer Gewinn sei es deshalb auch, dass das Kulturreferat nach Beschluss des Kulturausschusses auf Antrag von Stadtrat Feuerer für das Jahr 2009 erstmals einen Jahresbericht mit konkreten Zielsetzungen für die bevorstehenden Jahre vorlegen müsse.

Die FWG- Arbeitsgruppe Kultur, der noch Margarete Ernst, Baudirektor a.D. Günter Albrecht, Studiendirektor a.D. Robert Braunersreuther und Landwirtschaftsdirektor Alois Burgholzer angehören, will in ihrer nächsten Sitzung konkrete und mehrheitsfähige Anträge zur Einbringung in den Kulturausschuss erarbeiten. Reinhold Mast, stell-vertretender Vorsitzender der Freundeskreise des Stadttheaters und des Oberhaus-Museums, regte abschließend an, sich demnächst auch gründlich mit der Ausstellungs-tätigkeit des städtischen Museums auf dem Georgsberg zu beschäftigen.


A. Feuerer / 24.6. 2009