Seiteninterne Navigation

Freie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband Bayern

Navigation

 

Aktuelles

Seiteninhalt

Radfahren in der Fuzo der Neuen Mitte

Radfahren in den Fußgängerzonen der Neuen Mitte


Sicherlich fragen Sie sich und mich, warum ich mich für die Radfahrer in den Fußgängerzonen der Neuen Mitte einsetze. Hier meine Antwort.


Oberflächlich geht es zunächst um eine Rechtsfrage. Nach meiner Überzeugung  und der des Stadtplanungsamtes ist die Zulassung des Radverkehrs im Bebauungsplan "Neue Mitte, Teilbereich 1"  als Satzung festgesetzt und kann nicht einfach durch einen Beschluss des Ordnungsausschusses ausgesetzt werden. Die Zulassung der Radfahrer wurde nach gründlicher Abwägung der Interessen der Beteiligten festgesetzt.

Im Grunde aber geht es darum, ob das Befahren von  Fußgängerzonen durch Radfahrer überhaupt notwendig und den Fußgängern zumutbar ist.

 
Ich streite das hohe Konfliktpotential des Nebeneinander von Fußgängern und Radfahrern gar nicht ab. Die beiden Verkehrsarten haben unterschiedliche Bedürfnisse, die zu Unverträglichkeiten führen. Fußgänger flanieren, halten inne, ratschen, laufen kreuz und quer und bewegen sich viel langsamer als die Radler. Diese ihrerseits steuern oft auf ein Ziel zu und wollen zügig vorankommen.

 
Auch möchte ich das Prinzip, dass sich Fußgänger in den Fußgängerbereichen ungestört und frei bewegen können sollen, nicht in Abrede stellen. Auch wenn Radfahren zugelassen ist, soll dieses  Prinzip bestehen bleiben. Es muss den Radlern klar sein, dass es  ihre Verantwortung ist, sich vorausschauend zu bewegen, auf Kinder und Senioren besonders zu achten und gegebenenfalls zu schieben, wenn der Verkehr zu dicht wird.

 
Warum also will ich die Störenfriede überhaupt herein lassen?

 
1. Weil das Sicherheitsbedürfnis der Fußgänger und ihr Recht, sich zumindest in abgegrenzten Bereichen ungehindert bewegen zu können, abgewogen werden muss gegen den Sicherheitsgewinn für die Radfahrer, wenn sie statt gefährlicher Umgehungsstraßen den Fußgängerbereich durchfahren dürfen. Die Fahrt durch die Frauengasse, den Ludwigsplatz und die Nikolastraße zum Beispiel per Rad bedeutet Stress und ist gefährlich.

 
2. Weil eine der Hauptrouten des Passauer Radverkehrsnetzes durch die Fußgängerzonen führt. Gerade die Topographie Passaus macht es schwierig, den Radfahrern geeignete Umgehungsstraßen der Fußgängerzonen anzubieten.

 
3. Weil die Förderung des Radfahrens in dem von Verkehrsinfarkt bedrohten Zentrum Passaus einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung der Kfz-Fahrten leisten kann.

 
4. Weil das Radfahren hilft, die im Luftreinhalteplan festgesetzten Grenzen der Luftverschmutzung einzuhalten

 
5. Weil die vorgesehenen Fußgängerbereiche breit genug sind, um ein Nebeneinander von Radlern und Fußgängern möglich zu machen.

 
6. Weil die Erfahrung in anderen Städten zeigt, dass das Nebeneinander ohne große Unfallgefahr gelingt.

 
7. Weil ich glaube, dass die Radfahrer bei gutem Willen und entsprechender Öffentlichkeitsarbeit lernen, sich in den Fußgängerzonen wie Gäste zu benehmen.

 

In dieser Hinsicht aber gibt es bei den Radlern noch Defizite, wie die oft vernichtende Kritik der Leserbriefschreiber zeigt. Einige Radfahrer müssen wirklich noch schwer daran arbeiten zu lernen, wie man sich in Fußgängerbereichen wie ein Gast benimmt.

 

Dennoch, wer sich die Zeit nimmt und das Geschehen in belebten Fußgängerzonen beobachtet, wird feststellen, dass das Miteinander von Fußgängern und Radfahrern nicht so konfliktgeladen ist, wie es vielen Leserbriefschreibern erscheint. Es gibt daher keinen Grund, den berechtigten Bedürfnissen der Radfahrer nicht Rechnung zu tragen. Auch Radler sind normale Verkehrsteilnehmer und nicht nur Rowdys und haben Rechte auf Abwägung ihrer Interessen wie Fußgänger und Autofahrer auch.

 
K. Schürzinger,     08.08.2008