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1. Sitzung des Event Aufsichtsrats

  Liebe Freie Wählerinnen und Freie Wähler

 

  Bericht über die 1. Sitzung des neu formierten Aufsichtsrats unter Leitung des Vorsitzenden OB J. Dupper

 

  1. Die Last der Wahlkampfsprüche

  2. Die Bilanz

  3. Neuordnung der Eigentumsverhältnisse

  4. Erweiterungsbau Eishalle

  5. Die Auslastung der Dreiländerhalle und des Freigeländes

  6. Vergleich Aufgaben und Personalstärke 2001 und 2008

 

 

Wie der Chefredakteur H. Denk in seinem "Bürgerblick" oder M. Koch in der "Am Sonntag" mixe ich heute in dem folgenden Bericht objektive Informationen mit subjektivem Kommentar. Denn, wenn ich den H. Denk frage, warum er nicht Kommentar und Bericht trenne, wie ein sauberer Journalist dies tun müsse, fragt er mich, wo ich denn lebe,  und meint, dass es so was doch schon lange nicht mehr gebe.

Also Achtung! Ein SR Synek- oder SR Sturm-Bericht über diese Sitzung dürfte wesentlich anders ausfallen als der meine.

 
Die Last der Wahlkampfsprüche

Die Stimmung war ausgesprochen gedrückt und der OB sichtlich nervös. Zu sehr lasteten die Wahlkampfsprüche des OB auf der Versammlung:

"Es gibt Einiges zu entdecken im Hause Event".

"Die Event muss ihre Bücher in Ordnung bringen, oder sie wird in Ordnung gebracht".

"Es kann nicht sein, dass die Event jedes Jahr als Kostgängerin der Stadt Millionen verschlingt und gleichzeitig das Geld für zweifelhafte Werbeaufträge verwendet".

"bürokratischer Wasserkopf"

"Der jährliche städtische Zuschuss von € 1,6 Mio. wird in drei Raten auf Null zurückgeführt".

 

Kurz und gut, im Pawo-Jargon: der neue OB wird der Event "den Geldhahn zudrehen" und  "über kurz oder lang werden dort die Lichter ausgehen".

 

 

Die Bilanz

 

Die Bilanz ist in Ordnung. Sie ist perfekt. In großer Datenfülle sind alle Vorgänge nachvollziehbar dokumentiert. Nur das Jahresergebnis ist mit 3,2 Mio. negativ. Dass die € 1,6 Mio. Finanzspritze der Stadt  nicht ausreicht, um positive Zahlen zu schreiben, war von Anfang an klar.  

Die Stadt lagert  ja ganz gerne ihre Schulden an ihre städtische Töchter aus. Denn erstens konsolidiert man so  den städtischen Haushalt und zweitens wird der steuerliche Vorteil ins Feld geführt, dass nämlich die Töchter als GmbHs einen Vorsteuerabzug geltend machen können, die Stadt als öffentliche Hand aber nicht.

Nicht die Event ist  also Kostgängerin der Stadt, sondern die Stadt Kostgängerin der Event. Die Event trägt die schwere Last der Objekts- und Kapitalkosten der Anlagen in Kohlbruck,  nicht die Stadt, die die Last eigentlich zu tragen hätte, weil sie der Event die Last auferlegt hat. Was die Event trotz Unterfinanzierung in Kohlbruck geschaffen hat, ist in Wahrheit eine Erfolgsgeschichte.

 

Neuordnung der Eigentumsverhältnisse


Heimlich war die Eröffnung der Bilanz 2007 in Wahrheit eine Verteidigung der Geschäftsführung  gegen die Wahlkampfvorwürfe des OB wegen der "schiefen Bilanz". Er hatte zum Beispiel den Verkauf der Eisarena, des Messegeländes West und der X-Point-Halle heftig als Ausverkauf attackiert. Nun hält man ihm unter die Nase, dass damit € 169.000  pro Jahr gespart werden und zudem das Zinsrisiko gemindert wird, weil aus dem Erlös des Verkaufs mit Zinsrisiko behaftete Darlehen zurückbezahlt wurden.

Kein Kommentar dazu vom OB. Er schweigt.

 

Erweiterungsbau Eishalle

 
Er kostete € 400.000 und wurde von der Stadt mit € 320.000 bezuschusst.

Hier fragen der OB und SR Synek genau nach. Hier sehen sie Angriffsfläche. Das Problem ist nämlich, dass die Event ja die Eishalle an die Raiffeisen Impuls verkauft hat, die Event also fremdes Eigentum aufwertet. Da steht der Vorwurf im Raum, die Event werfe ihr Geld und das der Stadt in den Rachen der Österreicher und müsse dann am Schluss noch dafür mehr Miete zahlen, dass sie dem Eigentümer die Immobilie aufgewertet habe.

Die Sache wurde so gelöst: Die € 400.000 gelten als Mietvorauszahlung und werden im Ablauf des Mietvertrags in jährlichen Raten  gutgeschrieben.

 

Auslastung der Dreiländerhalle und des Freigeländes

Dieses Thema wurde auch schon bei uns kontrovers diskutiert. Herr Königsbauer forderte einen Manager, der die Auslastung gewährleisten könne.  

Laut  sehr glaubhafter Auskunft des erfahrenen Prokuristen Täuber ist die Dreiländerhalle mit 235 Veranstaltungen ausgereizt. Als die Halle 2006 mit 278 Veranstaltungen vollgepfropft wurde, drohten verschiedene Veranstalter, dass sie nicht mehr kämen, wenn ihnen nicht genügend Zeit zum Auf- und Abbau gegeben werde.  Der Musikantenstadl bedingt sich zum Beispiel 20 Tage für Auf- und Abbau aus. Das Fernsehen zahlt natürlich nicht die Tagesmiete von € 2.400 mal 20, sondern erhält eine Pauschale.

Auf dem Freigelände mit seinen jetzt 119 Veranstaltungen wäre eine stärkere Nutzung erwünscht. Demnächst eine Auto-Stunt-Show. Geht jemand hin?

 
Vergleich Personal- und Aufgabensituation 2001 und 2008.


Um - natürlich unausgesprochen -  den Vorwurf des ?Bürokratischen Wasserkopfes zu widerlegen, hat die Geschäftsführung den Personalstand und die Aufgaben von 2001 und 2008 ausführlich verglichen.

Der Volksmund sagt ja, dass früher der Hans Eisner allein erledigt habe, wofür sie jetzt eine GmbH mit einem teuren Geschäftsführer bräuchten.

Drei Aufgaben sind für städtische Team von 2001 vermerkt:

Vermietung Nibelungenhalle
Christkindlmarkt in der Nibelungenhalle
Mai- und Herbstdult auf dem Exerzierplatz 
Personalbestand  damals: 14 Beschäftigte

27  Aufgaben werden für die Event  für 2008 aufgezählt:
Muss ich sie alle aufzählen? Die Arbeit dürfte sich verzehnfacht haben.
Der Personalbestand aber nicht: jetzt 17 Beschäftigte und 1 Azubi

Für die Erst-Organisation der Holzmesse  zum Beispiel hat sich das Event-Team Nächte um die Ohren geschlagen.

 

Da immerzu der Vorwurf geäußert wird, die Event-Beschäftigten trügen ja kein Risiko, weil sie nur von der Stadt an die Event ausgeliehen seien und im Notfall zur Stadt zurück könnten, fragte ich nach, wie viele von den 17 Beschäftigten städtische Beamte bzw. Angestellte seien.

Es sind 7, die einen Gestellungsvertrag bei der Stadt haben. Ob das für die Event von Vorteil sei? Antwort: Durchaus nicht! Die Organisation der Arbeitsabläufe wäre viel einfacher, wenn die Leute bei der Event angestellt wären. Aber niemand nehme einen Vertrag mit der Event an aus Angst vor Arbeitsplatzverlust.

Als ich darauf hinwies, dass sich wegen der Wahlkampfaussagen zur Event niemand über die Arbeitsplatzverlustängste der Beschäftigten wundern müsse,  erntete ich konsternierte Gesichter und eisiges Schweigen. Ich hatte ein Tabu gebrochen. Der OB sagte gar nichts dazu.

 
Was wird werden?


Es könnte sein, dass die zur Verbesserung der Auslastung von allen geforderten Eigenveranstaltungen der Event ins Visier der Kritik genommen werden. Hier stehen Ausgaben von € 190.000  Erlöse von € 192.000 gegenüber. Es ist aber auch klar, dass diese Neuveranstaltungen eine gewisse Zeit brauchen, bis sie höhere Gewinne abwerfen.

 

K. Schürzinger, 27.5.2008