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Gaspreise

Als Mitglied des Aufsichtsrats der Stadtwerke Passau (SWP) trage ich die Beschlüsse der SWP mit und möchte daher gerne Stellung zu den Vorwürfen zur Gaspreisgestaltung, die in zwei Leserbriefen von Herrn Bernd Sluka und Herrn Herbert Steringer geäußert wurden, Stellung nehmen.

 

Herr Herbert Steringer vermutet in seinem Leserbrief, dass die SWP zu ihren Gunsten "irrtümlich" den Verbrauch gegen die tatsächlichen Messwerte verstärkt in die Zeit nach der Preiserhöhung verlagern und dadurch dem Kunden einen erhöhten Preis berechnen.

 

Dem muss widersprochen werden.Die SWP haben aber die Preiserhöhung bewusst auf den 1. Februar gelegt, um ihre Kunden für den verbrauchsintensiven Januar noch in den Genuss der billigeren Preise kommen zu lassen

Das bedeutet, dass gegen den Verdacht des Herrn Steringer nicht einfach ein Zwölftel des Jahresverbrauches auf den Januar verlegt wird, sondern dass nach der Heizungskurve, die sich aus der Erfahrung vieler Jahre ergibt, für den Januar zum Beispiel das 15-fache des August angesetzt und auch berechnet wird. Diese Hochrechnung mag sich im Einzelfall geringfügig vom wirklichen Verbrauch positiv oder negativ unterscheiden, ist aber ein Entgegenkommen der SWP für ihre Kunden. Außerdem fordern die SWP ihre Kunden ausdrücklich auf, den genauen Zählerstand zum 1.2.2006 durchzugeben und die Rechnung wird dann auf die kWh genau erstellt. 

Es ist jedenfalls bedauerlich, dass die SWP, statt Anerkennung für dieses Entgegenkommen zu ernten, in den Verdacht der Übervorteilung gerät.

 

Herr B. Sluka bezeichnet in einem Leserbrief die für 1. Februar 2006 beschlossenen Gaspreiserhöhungen der Stadtwerke als "unbillig", im Sinne von "nicht nachvollziehbar oder plausibel". Die Preise der SWP seien nämlich "um 60% mehr gestiegen als die Importpreise für Erdgas". Er wirft also den SWP vor, die Erhöhung der Bezugspreise zum Anlass zu nehmen, ihre Gewinne zu Lasten der Kunden zu erhöhen. 

Er empfiehlt daher den SWP-Kunden, sich auf den § 315 BGB zu berufen und nur die alten Preise zu bezahlen, solange bis die SWP ihnen die "Erforderlichkeit und die Angemessenheit ihrer Preise durch nachvollziehbare und prüffähige Offenlegung ihrer Kalkulationsgrundlagen" (Zitat aus dem Musterbrief des Bundes der Energieverbraucher) nachgewiesen hätten.

 

Demgegenüber begründen die SWP die Gaspreiserhöhung zum 1. Februar 2006 damit, dass für den Zeitraum 1. Juni 2005 bis 31. Juli 2006 wegen der Anpassung an die Ölpreise eine Gasbezugspreiserhöhung von 18 % , d.h. von 0,6683 Cent/kWh zu erwarten ist. Die SWP verzichten aber auf eine volle Weitergabe der Bezugspreiserhöhung und erhöhen in allen Tarifstufen nur um 0,65 Cent/kWh und nehmen damit eine Verschlechterung ihres Ergebnisses um ca. 350.000 ¤ in Kauf. Statt der behaupteten Gewinnerhöhung also eine Nichtweitergabe der vollen Bezugspreiserhöhung! Damit hoffen die SWP, im Wettbewerb bestehen zu können. 

 

Die SWP sind von der Preisgestaltung ihres Vorlieferanten (ESP) abhängig, ganz gleich in welchem Maße auch immer der Importpreis für Gas steigt. Die SWP haben es mit den Preiserhöhungen des Vorlieferanten zu tun, nicht aber mit den Preiserhöhungen der Gasimporteure. Es ist daher ungerechtfertigt, die von den Vorlieferanten bedingten Preiserhöhungen der SWP am Steigen der Importpreise zu messen.

Herr B. Sluka hält 4,24 Cent/kWh (=43,672 Cent/m3) für "billig" (=angemessen). Die Angabe eines einzigen Preises bei fünf Tarifstufen erscheint wenig aussagekräftig, weil die Arbeitspreise zwischen diesen Tarifgruppen beträchtlich schwanken: 

 

SWP Preise, neu ab 1.2.06: 

- Kleinverbrauchstarif ( Gasherd): 78,15 Cent/m3

- Grundpreistarif I (Einzelraumheizung): 56,65 Cent/m3 

- Grundpreistarif II (Einfamilienhausheizung): 47,45  

  Cent/m3 

- Wahlsondertarif I (Mehrfamilienhausheizung): 46,45

  Cent/m3 

- Wahlsondertarif II (Heizung eines Ämtergebäudes):

  45,45 Cent/m3

 

Diese Preise liegen zwar über den vom "Bund der Energiezahler" als angemessen betrachteten Preisen, sind aber die zweit-billigsten in ganz Bayern. Vergleicht man in Bayern die Preise bei einem Verbrauch von 20.000 kWh pro Jahr (zu finden in "mark - Das NRW-Wirtschaftsmagazin"!) stellt man fest, dass die SWP mit 4,59 Cent/kWh unter den billigsten 10 bayerischen Anbietern der zweit-billigste ist. Die zehn teuersten Anbieter in Bayern verlangen zwischen 6,03 Cent/kWh (GN Haar) und 5,53 Cent/kWh (Stadtwerke Vilshofen).

 

Wer dem Rat des Herrn B. Sluka folgt und die Zahlung des Preiserhöhung wegen des fehlenden Nachweises der "Billigkeit" der Erhöhung mit Hinweis auf § 315 BGB verweigert, ist schlecht beraten und wird vergeblich auf den Nachweis der "Billigkeit" durch die SWP warten. Am 1. August 2006 ist der freie Gasmarkt eröffnet, dann werden die SWP den Verweigerern den Vertrag kündigen und diese müssen sich einen anderen Anbieter suchen. Einen billigeren werden sie kaum finden und sie werden froh sein, wenn sie nach Nachzahlung der nicht bezahlten Preiserhöhung wieder von den SWP aufgenommen werden.

Es ist wahr, auch mit vorliegenden Preisen erzielen die SWP einen Gewinn. Im Jahr 2004 betrug er noch 0,4 Cent/kWh. Ob dieser Gewinn im Wettbewerb zu halten sein wird, ist fraglich. Die Billigkeit der  Gaspreiserhöhung  ist jedenfalls gegeben, weil nur die gestiegenen Bezugspreise weitergegeben wurden.