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ECE

Architekturmonster, Tod der Innenstadtgeschäfte und Ursache für zukünftiges Verkehrschaos?

Stadtrat K. Schürzinger setzt sich mit den Argumenten des Forums auseinander.

 

Das Forum Passau lehnt ein Einkaufszentrum von der Größe des geplanten ECE in der Neuen Mitte aus mehreren Gründen ab.

 

Erstens: die Masse des Baukörpers sei so erdrückend groß, dass sie architektonisch nicht in die in die Stadtstruktur eingegliedert werden könne. Das ECE sei städtebaulich so unverträglich, dass die Stadt die Chance verspiele, als Weltkulturerbe ausgezeichnet zu werden.

 

Zweitens: die ECE-Center schauen überall gleich aus. Etwas anderes als eine langweilige Allerwelts-Architektur sei also nicht zu erwarten.

 

Drittens: das ECE werde den Einzelhandel in der Innenstadt schädigen und zu vielen Leerständen führen, weil das ECE, unfähig zusätzliche Käuferschichten anzuziehen, die Kunden den bestehenden Geschäften in der Fußgängerzone entziehen werde.

 

Viertens: das ECE habe sich verkalkuliert. Da in den Nachbarstädten "Straubing, Linz, Wels und Ried ähnliche Konsumtempel" errichtet werden, bleiben die erwartenden Kunden aus diesen Bereichen aus. Daher sei die Gefahr groß, das ECE von seinem Rücktrittsrecht vom Kaufvertrag des Lokschuppenareals Gebrauch mache und die GGP in finanziellen Nöten zurücklasse, zumal das Forum zu wissen glaubt, dass ECE Schwierigkeiten bei der Akquirierung von Mietern habe.

 

Fünftens: das ECE ziehe so viel Verkehr in die Innenstadt, dass der Weg "direkt ins Verkehrschaos" führe, insbesondere die Schanzl-Brückenkopf-Süd werde überlastet sein..

 

Sechstens: Es bestehe die Gefahr, dass ECE wortbrüchig werde und das denkmalgeschützte Reschhaus abreißen werde.

 

Im Gegensatz zum Forum Passau hat die FWG stets den Bau eines Einkaufscenters im Rahmen einer erweiterten Fußgängerzone Bahnhofsstraße-Kapfingerstraße- Ludwigsplatz- Neumarkt befürwortet. Sie ist damit der Argumentation des Passauer Universitätsprofessors Dr. Popp gefolgt, der feststellte, dass die Passauer Innenstadt nur dann vor Schaden bewahrt werden kann, wenn attraktive Verkaufsflächen an die bestehende Fußgängerzone herangebracht werden. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass diese Verkaufsflächen sich in der Peripherie ansiedeln und die Innenstadt verödet. Die FWG hat aber vehement für die Beschränkung der Verkaufsfläche auf 18.500 qm plus 3000 qm in den von ECE angekauften Häusern bereits vorhandenen Flächen gekämpft. Sie wird auch ihr Augenmerk darauf richten, dass nicht, wie Geschäftsleute vermuten, andere Verkehrs-, Lager- oder Parkflächen klammheimlich in Verkaufsflächen umgewandelt werden

 

Auch der FWG ist klar, dass die Einpassung des Großen ECE-Baukörpers mit seiner langen Front zu Kapfingerstraße ein schwierige architektonische Aufgabe ist. Sie erkennt aber auch an, dass, nachdem Prof. Stracke vom Gestaltungsbeirat den ersten Entwurf der ECE-eigenen Architekten für die Eingangssituation am Ludwigsplatz als "aufgerissenes Maul" abgefertigt hatte, ECE sich zu einen kostenintensiven Architektenwettbewerb bereit gefunden hat, und die dabei gefundene Lösungen allgemeine Anerkennung gefunden haben. Zudem sind den Ausmaßen des Centers Grenzen gesetzt, da die Traufhöhe des ECE die Traufhöhe des denkmalgeschützten Bayerischen Hofes nicht überschreiten darf. Dazu kommt, dass das ganze Gebäude nicht als Gesamtanlage in Erscheinung treten kann, da es von der weiterhin bestehenden Häuserzeile vom Reschhaus bis zur Spardabank in der Inneren Bahnhofsstraße und hinter dem Zentralen Bushof in großen Teilen verdeckt wird. Zudem stellt die Häuserfront an der Kapfingerstraße von der Hypo-Vereinsbank bis zur Grünaustraße eigentlich einen städtebaulichen Missstand dar, der durch die zukünftige Fassade des ECE nur gewinnen kann. Es ist auch dafür Sorge getragen, dass das auf dem Dach befindliche Parkdeck eingedeckt wird, so dass es von oben nicht sichtbar wird. Im Vergleich mit Eingriffen in die Stadtstruktur wie der Bau der Schanzlbrücke oder der Ilzstadtsanierung ist der Bau des ECE-Centers sicherlich von verträglicherer Wirkung. Einer Ausweisung der Passauer Altstadt als Weltkulturerbe, falls überhaupt eine solche im Gespräch ist, wird das ECE nicht im Wege stehen.

 

Die Behauptung des Forums vom 6.4.05, dass alle Untersuchungen, auf die sich ECE stützt, "Makulatur" seien, weil in den benachbarten Städten "ähnliche Konsumtempel errichtet werden", müsste das Forum nach dem Artikel "Der Mix macht's" im Spiegel 22 / 2005 eigentlich revidieren. Danach boomen die großen Einkaufszentren gegen den Trend der Branche auf Grund - so der Spiegel - "eines rigiden Regiments und perfekt inszenierter Kauflust". ECE ist mit 70 der gut 360 Shopping-Center in Deutschland mit großem Abstand der Marktführer und selbst die geplanten Center wie das in Passau sind laut Spiegel zu mehr als 90% vermietet. ECE-Chef Alexander Otto stellt fest, dass es generell nicht zu viel Verkaufsfläche gebe, (Zunahme um 49% seit 1990 bei 8% Umsatzzunahme) sondern nur zu viel schlechte. Im Forumblatt Sommer 2005 erregt sich "br" darüber, dass "gegen den Protest der heimischen Geschäftsinhaber ganze Quartiere dichtbebauter Innenstädte der fixen Idee geopfert werden, dass ein Center neue Kaufströme in die Stadt locken werde". Zum einen ist das Lokschuppenareal eine Brache und kein dichtbebauter Innenstadtbereich und zum anderen sind die ECE-Manager sicher nicht so unbedarft, wie sich das Forum das vorstellt,. Sie halten offensichtlich auch in Erwartung weiterer Einkaufszentren mit guten Gründen am Standort Passau fest. 

 

Die Passauer Geschäftswelt tut gut daran, sich durch Zusammenschluss, wie geplant, auf die Attraktivität des ECE einzustellen und das Angebot von ECE anzunehmen, die Passauer Innenstadt gemeinsam mit den einheimischen Geschäften zu vermarkten. Das ECE ist eben nicht ein Abschreibeobjekt, wie das Forum vermutet, sondern ein Unternehmen, das sich mit dem Einzelhandel Passau vernetzen will und langfristig denkt.

Die Passauer Einzelhandel in der Innenstadt wird dann prosperieren, wenn das Denken "Passauer Geschäftswelt gegen ECE", dem auch das Forum nachhängt, ein Ende hat und dem Bewusstsein weicht, dass die Marke Einkaufsstadt Passau die Fußgängerzonen Bahnhofsstraße, Kapfingerstraße, Neue Mitte, ECE und Ludwigsstraße und Nebenstraßen als Ganzes umfasst. Wenn diese Marke Passau als Einheit verkauft wird, wird sie am unvergleichlichen Flair und der Identität der Stadt mit ihren Attraktionen Altstadt und den drei Flüssen partizipieren und eine enorme Attraktivität entwickeln, von der alle profitieren werden.

 

Die FWG hält auch nichts davon, wie die Maus vor der Schlange auf das angeblich zu erwartende Verkehrschaos zu starren. Sie vertraut zuerst einmal den Berechnungen der Verkehrsplaner mehr als den Schwarzsehern, die aus dem hohlen Bauch von vornherein schon immer wissen, dass der Verkehr zusammenbricht. Niemand spricht davon, dass es gelungen ist, dem Moloch Autoverkehr die Innere Bahnhofsstraße, die Kapfingerstraße und große Teile des Ludwigsplatzes zu entreißen und für den Fußgänger zurückzuerobern. Zudem wird die Parkplatzwüste Exerzierplatz einem grünen Stadtplatz weichen. Niemand will diesen Gewinn wahrnehmen, viel lieber scheint man sich auf ein Verkehrschaos zu freuen, weil es beweisen würde, dass man schon immer Recht damit gehabt habe, dass die Neue Mitte nicht funktionieren könne. Das Forum unterliegt außerdem einen Fehlschluss, wenn es auf der einen Seite sagt, dass das ECE keine zusätzlichen Käufer anziehe, sondern sie der Innenstadt entziehe, auf der anderen Seite aber behauptet, die Stadt werde im Verkehr ersticken, weil so viele Autos in die Innenstadt fahren wollen. Wo sollen denn die zusätzlichen Fahrten herkommen, wenn dieselben Leute, die früher in die Ludwigs- und Bahnhofstraße einkaufen wollten, jetzt ins ECE gehen? Trotzdem sieht auch die FWG, dass sich das Verkehrsnetz an der Grenze der Belastbarkeit bewegen wird und dass die Entwicklung des Verkehrs sorgfältig beobachtet werden muss und, wenn nötig, Nachbesserungen erfolgen müssen.

 

Die Angst des Forums Passau, dass ECE das denkmalgeschützte Reschhaus abreißen werde, hat sich mit dem Ergebnis des Architektenwettbewerbs erübrigt. Das Reschhaus bildet nun einen wesentlichen Bestandteil der Eingangssituation in das ECE. Jetzt kommt es nur noch darauf an, darauf zu achten, dass das Haus nicht so entkernt wird, dass außer der Fassade nichts Originales mehr übrig bleibt.

 

Es ist das Recht und die Pflicht des Forums Passaus die Entwicklung der Stadt kritisch zu begleiten. Nachdem nun aber die Entscheidungen für das ECE gefallen sind, sollte es die grundsätzliche Ablehnung des Einkaufszentrums ablegen und die weiteren Entwicklungen mit wachem Urteil verfolgen. Da wir es noch vieles zu diskutieren geben.

 

Architekturmonster, Tod der Innenstadtgeschäfte und Ursache für zukünftiges Verkehrschaos?

Sind die Vorbehalte des Forums Passau gegenüber ECE berechtigt?

  Stadtrat K. Schürzinger setzt sich mit den Argumenten des Forums auseinander.