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Luftmessstelle Passau Stelzhamerstraße in Auerbach

Luftmessstation in Passau Stelzhamerstraße Auerbach

Stadtrat Karl Synek, unterstützt von Bernd Sluka, Verkehrsclub Deutschland, und Stadtrat Boris Burkert, beantragt eine Verlagerung der Messstation für Luftschadstoffe des „Lufthygienischen Landesüberwachungssystems Bayern (LÜB)“ von Auerbach / Stelzhamerstraße an den Standort „Parkplatz an der Nikolaschule“ oder den Platz „Am Schanzl/ Ecke Frauengasse“.

Er begründet den Antrag damit, dass die Messstation in Auerbach, seine Aufgabe, „ein angemessenes Bild der Schadstoffkonzentration als typisch für die Luftqualität in einer Stadt“ widerzuspiegeln, nicht erfüllt, weil die Luft in der Innenstadt wesentlich schlechter sei, „als dies die offiziellen Messergebnisse ausweisen“. „Eine Messstation am Stadtrand, noch dazu in einer Frischluftschneise“, könne keine für die Stadt repräsentative Werte liefern.

Bernd Sluka fordert, dass Messstationen dort aufgestellt werden müssen, wo sich die höchsten Schadstoffkonzentrationen, denen die Bevölkerung ausgesetzt sind, befinden.

Erik Linseisen, Umweltreferent der Stadt Passau, und Wolfgang Seiderer, Umweltreferent, stellen dagegen fest, dass die Messstation die Durchschnittswerte messe, die für ein mehrere Quadratkilometer großes Gebiet, also die ganze Stadt, repräsentativ sind. Die Messestelle stehe also in Auerbach an der richtigen Stelle.

Beide, sowohl Linseisen/Seiderer wie auch Synek/Sluka legen ihrer Auffassung den Anhang III der 39. EU-Richtlinie 2008/50/EG zugrunde, in der es um die „Großräumige Ortsbestimmung der Probenahmestellen“ geht. Dort heißt es, dass ein Überwachungssystem einerseits sowohl Daten „von Gebieten und Ballungsräumen, in denen die höchsten Konzentrationen auftreten“, gewinnen muss als andererseits auch „Daten zu Konzentrationen in anderen Bereichen innerhalb von Gebieten und Ballungsräumen, die für die Bevölkerung allgemein repräsentativ sind.“

Dabei werden unterschieden:

  1. Probenahmestellen, „die so zu wählen sind, dass die Luftproben für die Luftqualität eines Straßenabschnittes von nicht weniger als 100 m Länge für den Verkehr repräsentativ sind“.

  2. Probenahmestellen, „für den städtischen Hintergrund“, deren Messwerte „grundsätzlich ein Gebiet von mehreren Quadratkilometern“ abdecken und „für die Exposition der allgemeinen städtischen Bevölkerung repräsentativ sind.“

Fazit:

Die Messestelle Passau Stelzhamerstraße in Auerbach ist durchaus geeignet, Werte zu liefern, die für die Luftqualität der Stadt im Allgemeinen repräsentativ sind. Sie kann und muss in Auerbach verbleiben, wenn sie den ihr zugedachten Zweck erfüllen soll. Zunächst ist es ja erfreulich, dass große Teile der Stadt abseits der verkehrsreichen Straßen nicht Schadstoffbelastungen, die die Grenzwerte überschreiten, ausgesetzt sind. Jedoch lässt sich argumentieren, dass, wenn man nicht dort misst, wo die Überschreitungen der Grenzwerte vorliegen, kein Druck entsteht, den Luftreinhalteplan zu überarbeiten und darin die notwendigen Maßnahmen zur Reduktion der Schadstoffbelastung festzusetzen. Dazu müsste allerdings die 39. EU-Richtlinie 2008/50/EG geändert werden. Aus diesem Grunde ist es notwendig, die Luftqualität in den „hot spots“ wie z.B. der engen, schluchtartigen Mariahilfstraße mit viel Verkehr, regelmäßig durch die Stadt zu messen und der Öffentlichkeit zu präsentieren. Auf diese Weise lässt sich ein Bewusstsein in der Öffentlichkeit erzeugen, dass bei Überschreitung der Grenzwerte Maßnahmen zur Verbesserung der Luft bis hin zu Fahrverboten in Betracht gezogen werden müssen.

In einer vorläufigen Auswertung für NO2 im Beurteilungsjahr 2017 gibt das Bayerische Landesamt für Umwelt für die Messstation Passau Stelzhamerstraße folgende Werte an:

Jahresdurchschnittswert (Grenzwert 40 μg/m3): 33μg/m3

1Std-Durchschnittswert (Grenzwert 200μg/m3): keine Überschreitung

Vergleichsweise weisen von den circa 50 bayerischen nur folgende Messstellen einen höheren Jahresdurchschnittwert als die Passau Stelzhamerstraße auf:

Augsburg Karlstraße 44; München Landshuter Allee 78 + 12 Überschreitungen des Stundengrenzwertes;  München Stachus 53; Nürnberg, Von-der Tann-Straße 43; Regensburg Rathaus 41; Würzburg Stadtring Süd 38

Am 05.02.2018 um 9:00 Uhr wies die Messstelle Passau Stelzhamerstraße einen NO2 Wert von 97μg/m3 , und wies damit den höchsten aller in Bayern gemessenen Werte auf, ein Beweis für die starke Abhängigkeit der Werte von lokalen Wetterverhältnissen. Sicherlich liegt die Messstation Passau Stelzhamerstraße nicht in einer durch eine Frischluftschneise begünstigten Stelle. Dazu sind die gemessenen Werte im Vergleich mit den anderen Messstellen zu hoch.

 

Klaus Schürzinger , 09.02.2018