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Innstadt-Bahn unrealistisch, Glyphosat nutzlos

Einsatz von Glyphosat auf der Innstadt-Gleisanlage ist nutzlos und die Vision einer Stadtbahn unrealistisch

Der Förderverein Granitbahn hat, ohne die Bevölkerung vorher zu verständigen, am 12.07. 2017 das Unkrautvernichtungsmittel Glyfos Supreme mit dem Wirkstoff Glyphosat auf die Bahnstrecke von der Voglau bis zur Kräutlsteinbrücke ausgebracht.

Jedoch hat sich das Gleisbett nach 16 Jahren ohne Bahnbetrieb derartig mit Humus, Hochwasserschlamm und Wurzelwerk angereichert, dass ein Austausch des Schotterbettes oder eine Reinigung mittels einer Bettungsreinigungsmachine unabdingbar erscheint, wenn die Funktionalität des Schotterbettes gesichert werden soll.

Mit der Anwendung mit Glyfos Supreme werden weder Verunreinigungen noch Wurzelwerk aus dem Schotterbett entfernt. Somit ist ein einwandfreies Abfließen von Regenwasser in den Unterbau nicht gewährleistet und wegen fehlender innerer Hohlräume bleibt das Schotterbett nicht mehr elastisch, was die Gleisanlage destabilisiert.

Chemische Vegetationsvernichtung ohne Austausch oder Reinigung des Schotterbetts ist daher nutzlos, gefährdet Anwohnerbelange und kann geschützte Pflanzen und Tiere schädigen, die sich im Gleisbereich im Laufe der Zeit ohne Bahnbetrieb angesiedelt haben.

Falls der Förderverein Granitbahn dennoch auf weitere Anwendungen von Glyfos Supreme besteht, bittet die FWG-Fraktion das Umweltamt der Stadt Passau, die fachgerechte Anwendung kontrollieren zu lassen und die Bevölkerung rechtzeitig über die Maßnahme zu informieren.

Nach wie vor ist die FWG-Fraktion der Überzeugung, dass die Vision einer „modernen Stadtbahn auf dem Innstadt-Bahngelände vom Hbf Passau zum Bahnhof Grubweg“ aus mehreren Gründen unrealistisch ist.

Weitab von den Höhen Grubwegs, Haibachs, des Mariahilfberges und des Lindentals ist diese Bahn für Anwohner dieser Bereiche nur mit Hilfe von Zubringerbussen erreichbar, welche für die eng aufeinander folgenden Haltestellen Voglau, Lohhaufen, Innstadtbahnhofweg, Rosenau, Achleiten nicht zu organisieren sind. Diese Haltestellen sind allesamt von den Hauptwohngebieten mehr als 250 Meter entfernt, die eine Voraussetzung für die Akzeptanz einer Stadtbahn sind, wie uns Herr Striebich vom VCD einst erklärt hat.

Zudem ist die 6,4 km lange Strecke für Leute, die in die Stadtmitte fahren wollen, sehr umwegig und daher zeitaufwendig. Jemand, der aus den Höhen Grubwegs die Stadtmitte in 2 bis 2,5 km per Stadtbus erreicht, nimmt sicherlich nicht die mindestens 1 km lange Strecke zum Bahnhof Grubweg und dann die 6,4 km Bahnstrecke bis zum Hbf Passau auf sich, um dann die Stadtmitte dennoch nicht erreicht zu haben. Wer aus den Höhen der Innstadt bis zur Bahnlinie herab mit dem Bus fahren muss, wird lieber die letzten 500 m bis zum ZOB im Bus sitzen bleiben als den Umweg über Voglau und Hbf auf sich zu nehmen. Trotz des Bahnbetriebs in der Innstadt könnte der Busbetrieb nicht eingeschränkt werden, was doppelte Kosten zur Folge hätte. Diese Art zweigleisiger ÖPNV würde niemals aus Haushaltsmitteln gefördert werden, vgl. Regelverkehr Ilztalbahn..

Auch der angepriesene staufreie und emissionsmindernde Betrieb auf dieser Strecke ist nicht gewährleistet. In der Voglau muss die Stadtbahn mittels einer sehr teuren, neu zu bauenden Weiche in einer Spitzkehre in die Bahnstrecke Passau – Wels eingeschleust werden. Nach Aussagen des DB Konzernbevollmächtigten Klaus Dieter Josel bestehen auf Grund des Vorrangs des internationalen Schienenverkehrs keine „großen Spielräume für die Einrichtung eines zusätzlichen Taktsystems unter diesen Randbedingungen“. Bei 260 Bahnbewegungen auf der Strecke Passau-Wels ist es wahrscheinlich, dass die Stadtbahn dort regelmäßig zu Wartezeiten gezwungen ist.

Die nun 16 Jahre lang andauernde Verkehrsbrache am Innufer, die die Innstädter vom Zugang zum Flussufer abschneidet und jede Art von Entwicklung dort verhindert, ist ein Ärgernis. Dass das Innstadtbahngelände wieder in Betrieb genommen wird, ist aus den oben genannten Gründen sowie der hohen Kosten der Wiederherstellung der Befahrbarkeit der Strecke und des Betriebs nicht wahrscheinlich, auch deswegen, weil die Deutsche Regional Eisenbahn (BRE) mit ihrer Tochter Bayerische Regional Eisenbahn als Eisenbahninfrastrukturunternehmen seit deren Streckenübernahme nur eine marginale Rolle ohne feststellbare konkrete Eigeninitiative spielt und weil für sie seit der Gründung der Gesellschaft offensichtlich der Erhalt der Eisenbahnstrecken und nicht deren Betrieb als zentrale Aufgabe im Vordergrund stand. Seit 10 Jahren stellt die BRE eine Betriebnahme der Granitbahn oder Teile davon in Aussicht, ohne dass diese dann erfolgen würde. Ein Eisenbahninfrastrukturunternehmen müsste doch auf Grund seiner ihr vorliegenden Tatsachen in der Lage sein, zuverlässig abzuschätzen, ob ein Betrieb machbar ist oder nicht.

Die Millionen, die die Einrichtung und der Betrieb eines halbstündigen Zugservices zwischen dem Bahnhof Grubweg und dem Hauptbahnhof auf dem Innstadtbahngelände kostet, sind nicht zu rechtfertigen für eine Mobilität, die von dem bestehenden Busservice der Stadtwerke wohnortnäher, kostengünstiger und auf kürzeren Wegen gewährleistet wird.

Freie Wählergemeinschaft Passau