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Hochwasserschutz, nicht Grundwassersschutz

Funktion der Hochwasser Untergrundabdichtung Innpromenade

Bei der vom Forum Passau organisierten Protestveranstaltung gegen den Bau eines Hochwasserschutzes zeigte sich Forumspräsident Friedrich Brunner erstaunt darüber, dass für viel Geld ein Hochwasserschutz gebaut werde, aber dennoch im Hochwasserfall Keller überschwemmt sein können.

Dipl.Ing. Christoph Schröder, auf den sich das Forum beruft, schreibt in seiner Stellungnahme „Einige Anmerkungen zu den Hochwasserschutzbauten in der Innpromenade“, dass „gewaltige Einbauten im Untergrund … als Dichtwand gegen Grundwasserzutritt eingebaut werden. … Damit ist dann im Untergrund eine geschlossene Bohrpfahlwand … entstanden, die für den direkten Zufluss von Grundwasser dicht ist.“ Denn – so folgert daraus ein Vorstandsmitglied des Forums - „Eine Dichtungsmauer, die nicht dichtet, baut man vielleicht in Schilda.“ Dipl. Ing. Ch. Schröder führt weiter aus: „Als eine weitere wesentliche Baumaßnahme sind Schluck-brunnen hinter der Bohrpfahldichtwand geplant, über die das über den langen Weg um den Verbau herum eingedrungene Grundwasser sowie das Oberflächenwasser, das durch den Verbau am Abfließen behindert wird, aufgefangen und in den Inn zurückgeführt werden soll. … Bei einem Hochwasser im Inn … werden durch die untere Bohrpfahldichtwand die Keller vor Grundwassereintritt geschützt. “

 

Nein“ , sagen dagegen die Planer des Hochwasserschutzes vom Wasserwirtschaftsamt Deggendorf, „Wir bauen einen Hochwasserschutz und keinen Grundwasserschutz“. Das Grundwasser kann, sehr verlangsamt zwar und beherrschbar, unter der „Bohrpfahlwand“ sowohl als Binnenwasser aus dem Schutzbereich heraus zum Inn, wie auch im Hochwasserfall vom Inn in den Schutzbereich hinein sickern.

Das städtische Abwassersystem funktioniert bis zum Hochwasserfall eines 25 jährige Innhochwassers. Ab dann werden im Falle des Baus des Hochwasserschutzes die Schieber der Abwasserkanäle mit Hilfe einer automatischen Steuerungsanlage geschlossen, sodass kein  Zufluss von Wasser aus dem Inn über die Abwasserkanäle in den Binnenbereich erfolgen kann. Dann wird das anfallende Abwasser mit Hilfe des Schöpfwerks durch die Untergrundabdichtung der Hochwasserschutzanlage hindurch in den Inn gepumpt.

Das anfallende Oberflächenwasser im Binnenbereich sowie das Grundwasser, das in beherrschbaren Ausmaß unter der Bohrpfahlwand des Hochwasserschutzes eindringt, wird erst abgepumpt, wenn das Grundwasser über das Niveau der Geländeoberkante, definiert durch den tiefsten Geländepunkt im Binnenbereich (z.B. Straße Unterer Sand) zu steigen beginnt. Zu diesem Zeitpunkt könnte das Grundwasser bereits tieferliegende Keller erreicht haben.

Wenn im Falle eines Starkregens im Binnenbereich ohne Innhochwasser derartige Mengen Wasser anfallen, dass es die Aufnahmekapazität der Abwasserkanäle übersteigt und auch das Wasser, das unter dem Hochwasserschutz in den Inn fließen kann, nicht ausreicht, um Überflutungen im Binnenbereich zu verhindern, wird das Wasser über Drainageleitungen dem Schöpfwerk zugeleitet. Dieses wird dann eingeschaltet und pumpt das Wasser zusammen mit dem anfallenden Mischwasser in den Inn. Damit kann eine binnenseitige Überflutung des hochwassergeschützten Bereiches bei Normalabfluss des Inns vermieden werden.

 

Die Argumentation des Forum, dass mit dem Schöpfwerk mittels „tiefer liegenden Sammlern, den Schluckbrunnen“, das Grundwasser permanent abgepumpt werde und somit unterhalb der Gebäudefundamente gehalten wird und auf diese Weise durch ständige Ausschwemmung feiner Sandpartikel die Standfestigkeit der Häuser gefährde, entspricht nicht dem real geplanten Zustand.

 

Klaus Schürzinger

21.06.2018