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Gegen Flutpolder-Streichung

Resolution gegen die Streichung von Flutpoldern

Das Stadtratsplenum der Stadt Passau hat in seiner Sitzung vom 17.12.2018 einstimmig eine Resolution beschlossen, die sich gegen die Streichung der im bayerischen Flutpolderkonzept vorgesehenen Flutpolder-Standorte Bertoldsheim und Eltheim/Wörthhof richtet.

Dem stimmt auch die Freie Wählergemeinschaft Passau mit voller Überzeugung zu. Denn ohne das Rückhaltevolumen dieser beiden Flutpolder - es macht 37% des gesamten geplanten Rückhaltevolumens aus – sind bei einem hundertjährlichem Donauhochwasser die Unterlieger und da vor allem die großen Bereiche, die nur gegen ein dreißigjährliches Hochwasser geschützt sind, höchst gefährdet. Der Bruch des Damms in Winzer und Fischerdorf beim Hochwasser 2013, der wie ein Flutpolder wirkte, rettete z.B. Niederaltaich vor Dammbruch und Überschwemmung.

Die Situation der an Donau und Inn gelegenen Stadt Passau ist allerdings eine andere als die der Donauanlieger ohne Innzufluss. Laut der „vertieften Wirkungsanalyse“ der TU München bzgl. Verzögerung und Abschätzung von Hochwasserwellen der bayerischen Donau ist durch den Einsatz von Flutpoldern im Oberlauf der Donau keine unmittelbare Auswirkung auf den Hochwasserscheitelabfluss der Donau in Passau nachzuweisen.

Die Hochwasserspitze des Inns in Passau trifft circa zwei Tage vor der Hochwasserspitze der Donau ein. Diese Hochwasserspitze des Inns mit einer Schüttung, die doppelt so groß ist wie die der Hochwasserspitze der Donau, verursacht die Höchstpegel in der Stadt. Wenn die Hochwasserwelle der Donau Passau nach circa zwei Tagen erreicht, fallen in Passau die Pegel, weil innerhalb dieser zwei Tage die Schüttung des Inns stark abgenommen hat, sodass Raum für die Hochwasserspitze der Donau vorhanden ist.  Die Hochwasserschäden sind dann in Passau bereits eingetreten.

Aber natürlich setzen sich die Hochwasserpegel der Stadt aus der Überlagerung der Wassermassen aus Inn und Donau zusammen. Für Passau ist es daher entscheidend, dass zum Zeitpunkt der Hochwasserspitze des Inns die Donau noch möglichst wenig Wasser führt. Um das zu erreichen, bedarf es auf der Donau sogenannter Fließpolder, die sich schon mit dem Ansteigen des Hochwassers füllen und somit den Anstieg des Hochwassers verlangsamen. Es muss also im Interesse der Stadt Passau sein, dass an der Donau nicht nur Flutpolder sondern auch Fließpolder eingeplant werden.

Wie die Donauanlieger oberhalb Passau zur Brechung der Hochwasserspitze auf den Bau von Flutpoldern im Oberlauf der Donau angewiesen sind, benötigt die Stadt Passau zur Brechung der Hochwasserspitze des Inns den Bau von Flutpoldern im Oberlauf des Inns.

Wenn auch die Funktion von Flutpoldern im Oberlauf der Donau für die Hochwasserspitzen in Passau keine Rolle spielt, so ist es dennoch angebracht, dass die Passauer sich gegen die Streichung von Flutpoldern an der Donau wehren, schon aus Solidarität gegenüber denen, die diese Flutpolder für ihren Hochwasserschutz dringend benötigen. Denn genau diese Solidarität benötigen auch die Passauer dann, wenn es darum geht im Innkonzept jene Flutpolder einzuplanen, die geeignet sind, die Hochwasserspitze des Inns zu brechen und damit entscheidend zum Hochwasserschutz der Stadt Passau beizutragen.

Klaus Schürzinger

19.12.2018