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Dialogforum Nordtangente

Dialogforum Nordtangente

Die FWG spricht sich für eine Teilnahme am Dialogforum Nordtangente aus. Jedoch sollte es dabei nicht nur darum gehen, welche Variante gewählt wird, sondern auch darum, ob die Nordtangente überhaupt gebaut werden soll.

Wenn aus dem bloßem Fakt, dass das bestehende Straßennetz den zunehmenden Verkehr nicht mehr aufnimmt, auf die Notwendigkeit des Baus einer Nordtangente geschlossen wird, liegt der sogenannte naturalistische Fehlschluss vor. Denn aus dem bloßem Fakt/Sein der Zunahme des Verkehrs darf nach den Gesetzen der Logik nicht auf eine Norm/Soll geschlossen werden. Folgender Schluss ist logisch fehlerhaft: Das bestehende Straßennetz nimmt den Verkehr nicht mehr auf, daher brauchen wir die Nordtangente. Ebenso fehlerhaft könnte genau so gut geschlossen werden: Das bestehende Straßennetz nimmt den Verkehr nicht auf, daher muss der Verkehr eingeschränkt werden.

Damit die Forderung nach dem Bau einer Nordtangente oder deren Verweigerung logisch erlaubt ist, muss der Fakt Verkehr einer Bewertung unterzogen werden.

Wer dem flüssigen Güterverkehr und unbegrenzter individueller Mobilität die Grundvoraussetzung für eine funktionierende Wirtschaft und Wohlstand aller zuerkennt, schließt logisch erlaubt und berechtigt mit dieser Prämisse auf die Notwendigkeit des Baus der Nordtangente.

Wer jedoch der Meinung ist, dass der existierende Verkehr jetzt schon ökologisch untragbar ist, weil er die Atemluft verpestet, Landschaften und Städte zerstört und zuteert, der muss logischerweise auf die Ablehnung des Baus einer Nordtangente schließen.

Beide Bewertungen des Verkehrs haben jedoch zweifellos ihre Berechtigung.

Es bleibt nichts anderes übrig als einen Mittelweg zu gehen, so wie das der passauer Verkehrsentwicklungsplan versucht: Den notwendigen Verkehr zulassen, den nicht-notwendigen Verkehr einschränken.

Die FWG glaubt, dies mit folgenden Maßnahmen gewährleisten zu können:

  • Vorrang des öffentlichen Verkehrs sowohl in der Stadt wie auf dem Land, aus dem täglich 24.000 Menschen in die Stadt einpendeln.

  • Park and Ride und Park and Bike an den Rändern der Stadt

  • Förderung des Radverkehrs in der Stadt

So könnte es gelingen, dass auch ohne den Bau einer Nordtangente dem notwendigen Verkehr genügend Raum zur Verfügung steht und gleichzeitig Verkehr ökologisch verträglicher gestaltet werden kann.

 

Die FWG Passau lehnt die Nordtangente aus folgenden Gründen ab.

 

  • Sie beeinträchtigt die Lebensqualität vieler Menschen ganz erheblich.

    Dies betrifft sowohl die Menschen, die im Umfeld der Trasse wohnen, als auch

    die, die das Ilz- und Gaißatal insbesondere als Naherholungsgebiet nutzen.

  • Sie beschädigt massiv den Naturraum.

Sie durchquert Landschaftsschutz-, Naturschutz- und auch zwei FFH-Gebiete mit prioritären Lebensraumtypen, was zu juristischen Auseinandersetzungen führen wird.

  • Ihre Verkehrswirksamkeit ist sowohl für die Stadt Passau und als auch für den Landkreis Passau bei hohen Kosten mehr als ungenügend.

Das erklärt sich schon daraus, dass über 70 % des Passauer Verkehrs Zielverkehr in die Stadt Passau ist und nur knappe 8 % den Durchgangsverkehr betreffen.

Die im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 prognostizierten Verkehrszahlen auf der Nordtangente mit bis zu 21.000 Kfz pro Tag widersprechen allen bisherigen Untersuchungen!

Das Ingenieurbüro gevas berechnete die Verkehrsbelastung auf der Nordtangente für das Jahr 2025 auf 9.000 Kfz/24h. Die Untersuchung Seib hat für das Jahr 2020 trotz hoher unterstellter Verkehrszunahme, die bislang so nicht eingetroffen ist, eine Verkehrsbelastung von 10.000 bis 14.000 Kfz/24h errechnet.

Das vom Landkreis in Auftrag gegebene Gutachten von Prof. Dr. Ing. Harald Kurzak (TU München) von 2008 ergab, dass aus dem Bereich Hauzenberg und östlich davon pro Tag nur 140 Kfz an Passau vorbei zur Autobahn hin und wieder zurück zur A3 fahren.

 

Klaus Schürzinger

23.11.2017